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/ ©Bertelli Fotografia/Pexels
Foto auf 5min.at zeigt eine Frau beim Verwenden von ChatGPT.
Im GraSP Futures Studio der Uni Graz diskutieren Forschende und Bevölkerung gemeinsam über Chancen und Risiken von KI und Digitalisierung.

Wie viel KI wollen wir künftig wirklich in unserem Leben?

Wie wollen wir künftig mit KI, Robotern und digitalen Helfern leben? Genau darüber diskutieren Forschende der Uni Graz jetzt gemeinsam mit der Bevölkerung im neuen GraSP Futures Studio.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(430 Wörter)

Mit Künstlicher Intelligenz Reisen planen, mit selbstfahrenden Autos unterwegs sein oder im Alter von Robotern unterstützt werden – vieles, was früher nach Science-Fiction klang, wird immer realistischer. Doch eine Frage rückt dabei in den Mittelpunkt: Welche digitale Zukunft wünschen sich die Menschen eigentlich? Genau damit beschäftigt sich die Universität Graz in einer neuen Forschungseinrichtung, dem „Graz Sociodigital and Participatory Futures Studio“, kurz GraSP Futures Studio.

„Es stellt sich oft gar nicht mehr die Frage, ob wir KI haben wollen“

„Zukunft ist nichts Vorgegebenes, sondern gestaltbar“, betont Juliane Jarke, Professorin für Digitale Gesellschaft an der Uni Graz. Die Soziologin und Informatikerin sieht vor allem bei Künstlicher Intelligenz ein Problem: „Es stellt sich oft gar nicht mehr die Frage, ob wir KI überhaupt in unserer Gesellschaft und in unserem Leben haben wollen.“ Dahinter stehe laut Jarke ein „dominantes Narrativ“, das stark von großen Tech-Konzernen und wirtschaftlichen Interessen geprägt werde.

Foto auf 5min.at zeigt Juliane Jarke.
©Uni Graz/Schweiger
Juliane Jarke leitet das neue GraSP Futures Studio an der Universität Graz, in dem gemeinsam mit der Bevölkerung Zukunftsbilder für Digitalisierung und KI entwickelt werden.

Raum für neue Ideen

Im GraSP Futures Studio sollen deshalb bewusst andere Perspektiven Platz bekommen. Ziel sei es, gemeinsam mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft über Chancen, Risiken und Wünsche rund um Digitalisierung nachzudenken. „Die Einrichtung soll einen gedanklichen Freiraum bieten, in dem reflektiert werden kann und neue Ideen entstehen“, erklärt Jarke. Auch die Gestaltung des Studios soll diesen Gedanken widerspiegeln. Flexible Möbel ermöglichen unterschiedliche Nutzungen – vom Lehrsaal bis zum Workshopraum. Zudem ist die Einrichtung barrierefrei erreichbar und mit Hilfsmitteln für Menschen mit Hör- und Sehbehinderung ausgestattet. Für die Wissenschafterin steht fest: „Das verdeutlicht Teilhabe, Zugänglichkeit und gemeinsames Gestalten.“

Jugendliche entwickeln „Dinge aus der Zukunft“

Erste Workshops haben bereits stattgefunden. Im Rahmen der Uni-Graz-Wanderausstellung „Die Demokratie hat’s nicht leicht“ arbeiteten etwa Schülerinnen und Schüler der Medienhak Graz an Zukunftsideen. Ihre Aufgabe: ein „Ding aus der Zukunft“ entwickeln. Besonders spannend sei dabei gewesen, wie intensiv die Jugendlichen über die Auswirkungen ihrer Ideen auf Gemeinschaft und Zusammenhalt diskutierten. „Es erlaubt eine kritische, aber auch konstruktive Auseinandersetzung mit digitalen Technologien“, resümiert Jarke.

KI im Alltag wird unterschiedlich gesehen

Wie unterschiedlich Menschen digitale Helfer wahrnehmen, zeigt auch ein aktuelles Forschungsprojekt der Uni Graz zu kommunikativer KI und gesundem Altern. Dabei wurde untersucht, wie ältere Menschen auf Chatbots oder KI-Alltagsbegleiter reagieren. Das Ergebnis: Die technischen Unterstützungen werden durchaus ambivalent gesehen. „Davon ausgehend befassen wir uns mit der Frage, ob man technische Hilfsgeräte als Unterstützung begreift oder diese die Verletzlichkeit im Alter erst sichtbar machen“, fasst Juliane Jarke zusammen.

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