Ebola-Szenario am Flughafen Graz sorgt für Ausnahmezustand
Ein medizinischer Notfall an Bord, mögliche Infektionsgefahr und ein Großeinsatz am Boden: Am Graz Airport wurde der Ernstfall geprobt.
Ein Flugzeug wird außerplanmäßig nach Graz umgeleitet, an Bord: zwei schwer erkrankte Personen mit Verdacht auf eine hochinfektiöse Krankheit. Was wie ein dramatischer Ernstfall klingt, war Teil der groß angelegten Übung „Alpha 10“, die am Flughafen Graz durchgeführt wurde. Rund 200 Einsatzkräfte von Behörden und Organisationen nahmen daran teil. Im Zentrum stand ein Szenario, das bisher in dieser Form noch nicht trainiert wurde: der Umgang mit einer möglichen Infektionslage. Ziel war es, Abläufe zu testen und das Zusammenspiel aller Beteiligten unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen.
Komplexes Szenario mit internationalem Hintergrund
Das Drehbuch der Übung: Ein Forscherteam wird wegen eines Ebola-Ausbruchs aus Zentralafrika evakuiert. Während des Rückflugs verschlechtert sich der Zustand zweier Personen drastisch, weshalb die Maschine nach Graz umgeleitet wird. Nach der Landung beginnt ein minutiös abgestimmter Einsatz. Neben der medizinischen Versorgung lag der Fokus auf Schutzmaßnahmen für Einsatzkräfte und Bevölkerung. Spezielle Teams des Roten Kreuzes übernahmen den Transport der Verdachtsfälle unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen.
Spezialeinheiten im Einsatz
Eine zentrale Rolle spielte dabei das Hochinfektionstransportteam (HIT-Team) des Roten Kreuzes. Diese speziell geschulte Einheit ist darauf ausgelegt, Patientinnen und Patienten mit potenziell gefährlichen Krankheiten sicher zu transportieren. Ausgerüstet mit Schutzanzügen, Spezialfahrzeugen und sogenannten Inkubatoren wurde der Ernstfall realitätsnah simuliert. Parallel dazu kümmerten sich weitere Einsatzkräfte um die Betreuung der übrigen Passagiere sowie um die Koordination vor Ort.
Zusammenarbeit im Fokus
Neben medizinischen Maßnahmen wurde insbesondere die Abstimmung zwischen Flughafen, Behörden und Einsatzorganisationen getestet. Dazu gehörten unter anderem Alarmierungsabläufe, Kommunikationswege und die Nutzung spezieller Einrichtungen am Flughafen. Die Übung zeigte, wie komplex solche Szenarien sind und wie wichtig regelmäßiges Training ist, um im Ernstfall rasch und koordiniert handeln zu können.
An der Notfallübung beteiligt waren:
- Berufsfeuerwehr Graz
- Österreichisches Rotes Kreuz
- Landespolizeidirektion
- Grenzpolizeiinspektion Graz Airport
- Landeswarnzentrale
- Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung
- Gesundheitsamt Stadt Graz/Desinfektionsanstalt
- Externe Beobachter (BMIMI, ÖRK)
- Kriseninterventionsteam Steiermark
- Graz Airport