Grazer-Stararchitekt zu Gast im Rathaus
Bevor Architekt Dietmar Feichtinger an der TU Graz geehrt wurde, führte ihn sein Weg ins Grazer Rathaus. Gemeinsam mit seiner Familie sprach der gebürtige Steirer über seine Wurzeln, Brückenprojekte und die Verbindung zu Graz.
International bekannt, aber den Wurzeln in Graz bis heute verbunden: Architekt Dietmar Feichtinger war am Freitag, dem 8. Mai, auf Einladung von Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) im Grazer Rathaus zu Gast. Begleitet wurde er von seiner Frau, Architektin Barbara Feichtinger-Felber, seiner Mutter, Schwiegermutter sowie weiteren Verwandten und Freunden. Empfangen wurde die Gruppe im Stadtsenatssitzungssaal. Auch Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne), Stadträtin Claudia Unger und Stadtbaudirektor Bertram Werle nahmen am Empfang teil. Anlass des Besuchs war die Ehrung Feichtingers an der TU Graz.
Von Graz nach Paris
Gleich zu Beginn verwies Bürgermeisterin Elke Kahr auf eine persönliche Gemeinsamkeit: Zwischen ihrem Geburtstag und jenem des Architekten liegen nur 16 Tage. Danach würdigte sie den Werdegang des gebürtigen Steirers. „Ihr Leben – wie Sie mit Ihrer Frau von Graz losgestartet sind – ist einfach beeindruckend“, sagte Kahr. Feichtinger zog Ende der 1980er-Jahre nach Paris und gründete dort 1994 gemeinsam mit seiner Frau das Büro „Dietmar Feichtinger Architectes“. Internationale Bekanntheit erlangte das Paar unter anderem mit der Simone-de-Beauvoir-Brücke in Paris oder der Brücke zum Mont-Saint-Michel. Aktuell arbeitet das Büro an einer weiteren Brücke in Nantes in der Bretagne.
Die Verbindung nach Graz blieb
Trotz Lebensmittelpunkt in Frankreich blieb die Verbindung zur Steiermark bestehen. Feichtinger erinnerte im Rathaus auch an eines seiner ersten Projekte in Graz: „Eine meine ersten Brücken habe ich tatsächlich für die Pflanzenphysiologie gezeichnet, sie verbindet das Hauptgebäude mit dem neuen.“ Der Architekt sprach außerdem über die Aufbruchsstimmung in Frankreich während der Amtszeit von François Mitterrand. „Es hat uns damals sehr interessiert, dass der Präsident Architektur als Zeichen setzt“, schilderte Feichtinger.
Eintrag ins Goldene Buch
Am Ende des Besuchs verewigten sich Dietmar Feichtinger und Barbara Feichtinger-Felber im Goldenen Buch der Stadt Graz. Neben ihrer Unterschrift hinterließen sie auch eine gezeichnete Brücke. Der 1961 in Bruck an der Mur geborene Architekt zählt heute zu den renommiertesten Europas. Zu seinen bekanntesten Bauwerken zählen die Dreiländerbrücke über den Rhein, die Brücke zum Mont-Saint-Michel sowie Projekte wie das Klinikum Klagenfurt oder die Donau-Universität Krems. Seit Herbst 2023 lehrt Feichtinger zudem als Universitätsprofessor an der TU Wien.