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Foto auf 5min.at zeigt mehrere Personen in die Kamera lächeln.
Im Graz Museum wurde das digitale Gedenkbuch MEMOR präsentiert. Es erinnert an die Grazer Opfer des Nationalsozialismus.

Digitales Gedenkbuch macht Grazer NS-Opfer sichtbar

Mit MEMOR wurde in Graz ein digitales Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus präsentiert. Die Plattform erzählt ihre Geschichten, zeigt ihre letzten Wohnorte und macht die Schicksale im Grazer Stadtbild sichtbar.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(408 Wörter)
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Mit MEMOR wurde am Donnerstag, dem 7. Mai, im Graz Museum ein digitales Gedenkbuch für die Grazer Opfer des Nationalsozialismus präsentiert. Die Plattform macht ihre Geschichten sichtbar – direkt an ihren letzten freiwilligen Wohnadressen in Graz. Mehr als 80 Gäste kamen zur Präsentation ins Graz Museum. Begrüßt wurden sie von Museumsdirektorin Sibylle Dienesch. Das Projekt entstand nach jahrelanger Recherchearbeit und soll den Opfern des NS-Regimes ihre Namen, Gesichter und Geschichten zurückgeben.

Opfer sichtbar machen

„Ich bin dankbar dafür, dass das Team um Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht etwas fertiggestellt hat, das längst überfällig für die Stadt Graz war. Eine Plattform, die an die Opfer des NS-Regimes erinnert, sie sichtbar macht. Es gibt einige Dokumentationen aus dieser Zeit, was aber bisher gefehlt hat, ist, dass man den Opfern ein Gesicht, einen Namen gibt“, betonte Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ). Beteiligt an MEMOR waren neben Heimo Halbrainer vom CLIO Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit auch Gerald Lamprecht und Paul Ulrich vom Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz sowie Heribert Macher-Kroisenbrunner vom Universalmuseum Joanneum.

Foto auf 5min.at zeigt mehrere Personen in die Kamera lächeln.
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Bürgermeisterin Elke Kahr (l.) mit den MEMOR-Projektbeteiligten und Gastgeberin Sibylle Dienesch im Graz Museum.

Digitale Karte führt zu Wohnorten

Auf der Plattform ns-opfer-graz.at können Nutzer über eine digitale Karte die letzten Wohnorte der Grazer NS-Opfer aufrufen. Zusätzlich gibt es eine Biografieübersicht, über die einzelne Personen und ihre Lebensgeschichten abrufbar sind. Die Daten stammen aus umfangreichen Recherchen in Archiven, Opfer-Datenbanken und Publikationen. Dafür wurden unter anderem Unterlagen aus dem Steiermärkischen Landesarchiv, dem Stadtarchiv Graz, dem Bundesarchiv Berlin sowie der National Library of Israel ausgewertet.

Geschichte im Grazer Stadtraum

MEMOR versteht sich nicht nur als historisches Archiv, sondern auch als Bildungsinstrument. Die Plattform soll individuelle Schicksale sichtbar machen und gleichzeitig zeigen, wie Verfolgung während der NS-Zeit in Graz stattgefunden hat. Durch die digitale Aufbereitung können Nutzer mehr über einzelne Personen, Personengruppen, Bezirke oder Straßen erfahren. Aktuell dokumentiert MEMOR jene NS-Opfer, die 1938 ihren Lebensmittelpunkt im Grazer Stadtgebiet hatten. Die Darstellung erfolgt entsprechend der jeweiligen Verfolgungsgründe.

Bevölkerung kann mithelfen

Das Team hinter MEMOR ruft auch die Bevölkerung zur Mitarbeit auf. Wer Informationen zu bereits erfassten oder bislang unbekannten NS-Opfern hat, kann sich direkt an das Projektteam wenden. Kontaktmöglichkeiten gibt es per Mail unter memor.graz@uni-graz.at. Das digitale Gedenkbuch ist bereits unter ns-opfer-graz.at online abrufbar. Künftig soll MEMOR auch direkt über die städtische Website graz.at erreichbar sein.

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