Mehr Grün und Schatten: So wird der Griesplatz umgebaut
Mehr Grün, Schatten und Platz für Menschen statt Verkehr: Der Griesplatz in Graz soll komplett neu gedacht werden. Aus 44 Einreichungen setzte sich nun ein Projekt aus Wien durch. Kritik an fehlender Umsetzung kommt von der ÖVP.
Der Wettbewerb zur Neugestaltung des Grazer Griesplatzes ist entschieden. Das Siegerprojekt „kopf . bauch . fuß“ des Wiener Büros DnD Landschaftsplanung soll aus der derzeit stark versiegelten Fläche wieder einen lebendigen Aufenthaltsort machen. Präsentiert wurde der Entwurf am Montag direkt in der Nähe des Griesplatzes in der Sterngasse. Die Grundidee: Der Platz wird in drei Bereiche gegliedert. Im Norden entsteht ein offener Stadtraum rund um die neu platzierte Mariensäule, in der Mitte ein grüner Treffpunkt mit Schatten und Aufenthaltsflächen, im Süden ein Mobilitätsknoten für Bus, Straßenbahn und Sharing-Angebote. Verbunden werden die Bereiche durch ein zentrales „Rückgrat“, das für Orientierung sorgen soll.
Mehr Bäume und Wasser
Geplant sind rund 45 neue Bäume, drei Wasserelemente sowie Maßnahmen zur Kühlung an heißen Tagen. Das sogenannte Schwammstadt-Prinzip soll Regenwasser besser speichern und das Mikroklima verbessern. Auch Trinkbrunnen, neue Sitzmöglichkeiten und konsumfreie Aufenthaltsbereiche sind vorgesehen. Besonderes Augenmerk legen die Planer auf soziale Nutzung und Sicherheit. Leerstände rund um den Platz sollen mit sogenannten „Grazer Boxen“ belebt werden – etwa für Kultur-, Lern- oder Marktangebote. Gleichzeitig setzt das Konzept auf offene Sichtachsen, niedrige Bepflanzung und gute Beleuchtung. Die Jury sprach dabei von „Sicherheit durch Einsicht“.
„Der Griesplatz bekommt wieder Luft zum Atmen“
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) sieht im Projekt einen wichtigen Schritt für den Bezirk: „Der Griesplatz ist das Herz von Gries. Jetzt bekommt er endlich wieder Luft zum Atmen.“ Die Menschen würden künftig mehr Raum zum „Durchatmen, Begegnen und Verweilen“ bekommen. Auch Stadtbaudirektor Bertram Werle betont die Bedeutung des Platzes für den Bezirk mit rund 34.000 Einwohnern. Der Griesplatz sei „der letzte große Platz rechts der Mur ohne umfassende Neugestaltung“. Mit dem Siegerprojekt habe man nun die Chance, den Bereich „klimafit, lebendig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln“. Die Leiterin des Siegerprojekts, Rita Engl von DnD Landschaftsplanung, beschreibt den Entwurf als Mischung aus urbanem Platz und Grätzlzentrum: „Der Entwurf schöpft die Potenziale eines lebendigen Grätzlzentrums voll aus und verleiht dem Platz mit seinem vielfältigen Programm einen fast dörflichen Charakter.“
Kritik von der ÖVP
Kritik kommt unterdessen von der Grazer ÖVP. Klubobmann Markus Huber spricht von einem „Symbol für den Stillstand unter der Kahr-Schwentner-Koalition“. Zwar gebe es neue Visualisierungen und Wettbewerbe, konkrete Umsetzungsschritte seien aber weiterhin offen. „Fünf Jahre später gibt es wieder einen Wettbewerb, neue Visualisierungen und große Schlagzeilen – aber noch immer keinen konkreten Zeitplan, keine Finanzierung und keine sichtbare Umsetzung“, so Huber. Besonders die künftige Verkehrsführung rund um den Griesplatz sei weiterhin ungeklärt.
So geht es weiter
Die Stadt Graz startet nun die Verhandlungen mit dem Siegerbüro. In den kommenden Monaten sollen die Entwürfe weiter ausgearbeitet und die Unterlagen für die Genehmigungen vorbereitet werden. Erst danach folgen Detailplanung und Umsetzungsschritte. Die geschätzten Errichtungskosten liegen laut Stadt bei rund zehn Millionen Euro.