Sensationssieg für die Steiermark bei weltweiter Natur-Challenge
Die Steiermark schreibt Naturgeschichte: Bei der internationalen „City Nature Challenge 2026“ holte das Bundesland erstmals Platz 1 weltweit. In nur vier Tagen wurden 4.660 Arten dokumentiert.
Innerhalb von nur vier Tagen wurden in der Steiermark 4.660 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten dokumentiert, damit landet das Bundesland bei der internationalen „City Nature Challenge 2026“ erstmals auf Platz 1 weltweit. Möglich gemacht haben das hunderte Naturbegeisterte, Schüler und Forschende. Die Steiermark zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Regionen bei der „City Nature Challenge“. Heuer hat es erstmals für den weltweiten Sieg in der Kategorie „erfasste Arten“ gereicht. Von 24. bis 27. April wurden im ganzen Bundesland wild lebende Tiere, Pflanzen und Pilze fotografiert oder akustisch erfasst und über die Plattform „iNaturalist“ hochgeladen. Insgesamt konnten dabei rekordverdächtige 4.660 Arten dokumentiert werden. Weltweit nahmen 769 Regionen teil – die Steiermark setzte sich vor San Antonio, Dallas und Hongkong durch.
Tausende machten mit
Rund 110.000 Menschen beteiligten sich weltweit an der Challenge. Aus Österreich waren etwa 1.700 Personen dabei, davon rund 760 aus der Steiermark. Unterstützt wurde die Aktion unter anderem von Biolog*innen des Universalmuseums Joanneum und der Karl-Franzens-Universität Graz. „Der beachtliche Sieg ist nur dank der hervorragenden Zusammenarbeit von Expertinnen und vielen naturbegeisterten Personen in der Umgebung möglich“, erklärt Martina Pöltl vom Studienzentrum Naturkunde des Universalmuseums Joanneum. Besonders engagiert hätten sich Studierende, Mitarbeiter der Berg- und Naturwacht sowie zahlreiche Schulen gezeigt. Insgesamt beteiligten sich 13 steirische Schulen mit 295 Schülern und lieferten mehr als 6.600 Beobachtungen.
Besondere Funde entdeckt
Neben der großen Anzahl an Beobachtungen sorgten auch mehrere besondere Entdeckungen für Aufmerksamkeit. Erstmals in Österreich konnte der Ameisenlöwe „Neuroleon microstenus“ nachgewiesen werden. Auch Rions Wasserhahnfuß gilt als Erstnachweis für die Steiermark. Zudem wurde die sogenannte Trollzirpe wiederentdeckt – sie war zuletzt 1961 dokumentiert worden. „Die City Nature Challenge ist die einzige Veranstaltung, bei der Wissenschaftler, Naturschützer, Naturinteressierte, Landwirte, Jäger und Fischer gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Artenvielfalt in der Steiermark gemeinsam zu erheben“, sagt Gernot Kunz vom Institut für Zoologie der Universität Graz.
Beobachtungen helfen der Forschung
Die gesammelten Daten werden nicht nur gespeichert, sondern auch wissenschaftlich genutzt. Die Bestimmung der Arten erfolgt durch eine weltweite Community und zusätzlich KI-gestützt. Ziel der internationalen Challenge ist es, die biologische Vielfalt sichtbar zu machen und möglichst viele Menschen für Naturbeobachtungen zu begeistern.