Nach tödlichem Amoklauf: Zutritt zu Grazer Schulen wird eingeschränkt
Fast ein Jahr nach dem Amoklauf am BORG Dreierschützengasse zieht Graz Konsequenzen. Vier Schulen erhalten neue Sicherheitssysteme, die den Zutritt während des Unterrichts kontrollieren sollen. Weitere Maßnahmen sind geplant.
Der Amoklauf am 10. Juni 2025 am BORG Dreierschützengasse in Graz hat die Stadt nachhaltig verändert. Fast ein Jahr nach der Tragödie, bei der neun Schüler sowie eine Lehrerin getötet wurden, setzt Graz nun erste konkrete Sicherheitsmaßnahmen an Schulen um. Ab Herbst sollen zunächst vier Schulen mit neuen Zugangssystemen ausgestattet werden.
Schulen künftig nicht mehr frei zugänglich
Konkret handelt es sich um zwei Volks- und zwei Mittelschulen in Graz. Während des Unterrichts sollen die Gebäude künftig nicht mehr frei zugänglich sein. Geplant sind moderne Schließsysteme mit Gegensprechanlagen sowie zentrale Alarmierungssysteme, die im Ernstfall rasch aktiviert werden können. Die Umsetzung ist Teil der Arbeitsgruppe „Sichere Schule“, die nach dem Amoklauf eingerichtet wurde. Vertreter der Bildungsdirektion, Einsatzorganisationen und der Stadt arbeiteten dabei gemeinsam an neuen Konzepten.
Sicherheitssysteme bleiben unauffällig
Die Systeme sollen deshalb möglichst unauffällig im Hintergrund arbeiten und den Alltag nicht dominieren. Neben den neuen Zugangssystemen soll künftig jeder Schulstandort in Graz eine eigene digitale Sicherheitsmappe erhalten. Diese soll Einsatzkräften im Ernstfall wichtige Informationen liefern. Über weitere Sicherheitsräume oder zusätzliche Schutzmaßnahmen wird derzeit noch diskutiert. Auch der Ausbau der Schulsozialarbeit bleibt Thema, stößt derzeit allerdings auf finanzielle Herausforderungen.
Erfahrungen aus Pilotprojekt entscheidend
Ob künftig noch mehr Schulen mit ähnlichen Systemen ausgestattet werden, ist aktuell offen. Zunächst sollen die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt ausgewertet werden. Die Umsetzung gilt als technisch und finanziell aufwendig, da viele Schulgebäude älter und komplex aufgebaut sind. Auch auf Landesebene wurde nach der Tragödie ein eigener Beirat für Gewaltprävention eingerichtet. Dabei geht es unter anderem um verbesserte Notfallkonzepte, schnellere Orientierung für Einsatzkräfte und stärkere Unterstützung für Eltern und Schulen.