Steirerin wird zur Lebensretterin: „Jede Minute war es wert“
Fünf Jahre nach ihrer Registrierung als Stammzellspenderin kam für Kathrin aus Ragnitz der entscheidende Anruf. Mit ihrer Spende konnte die 36-Jährige einem Mann aus Westeuropa eine neue Chance auf Leben ermöglichen.
Für Kathrin aus Ragnitz in der Steiermark begann alles mit einer einfachen Entscheidung. Im Jahr 2020 bestellte sie sich über die Organisation „Geben für Leben“ ein Typisierungsset nach Hause und registrierte sich als potenzielle Stammzellspenderin. Damals wollte sie helfen – ohne zu wissen, ob sie jemals tatsächlich als passende Spenderin infrage kommen würde. Nun wurde die 36-jährige Steirerin zur 804. Stammzellspenderin der Organisation und konnte einem Mann aus Westeuropa Hoffnung auf Heilung schenken.
Aus Mitgefühl zur Registrierung
Auslöser für ihre Registrierung war das Schicksal eines Kindes, für das kein passender Spender gefunden werden konnte. Als Mutter von zwei gesunden Kindern habe sie die Geschichte besonders berührt, erzählt Kathrin. „Im Jahr 2020, angetrieben von dem tiefen Wunsch zu helfen, traf ich eine einfache, aber folgenreiche Entscheidung: Ich registrierte mich bei Geben für Leben als potenzielle Stammzellspenderin“, berichtet sie. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung gering sei, habe sie ihren Beitrag leisten wollen.
Der Anruf nach fünf Jahren
Lange Zeit hörte Kathrin nichts mehr von ihrer Registrierung. Erst fünf Jahre später änderte sich alles. „Fünf Jahre vergingen, bis das Telefon klingelte und mein Leben auf den Kopf stellte: Ich kam als Spenderin in Frage! Meine Freude über diesen Anruf war groß, und es gab für mich keinen Grund zu zögern“, erzählt die Steirerin. Nach mehreren medizinischen Voruntersuchungen stand schließlich fest, dass sie Stammzellen spenden kann.
„Jede Minute war es wert“
Die eigentliche Spende fand Ende November am LKH Graz statt. Besonders positiv erinnert sich Kathrin an die Betreuung vor Ort. „Das Team der Apherese am LKH Graz war einfach großartig. Mit ihrer herzlichen Art und großem Engagement sorgten sie dafür, dass ich mich während des gesamten Prozesses rundum wohl und sicher fühlte“, schildert sie. Da der Empfänger mehr Stammzellen benötigte als ursprünglich vorgesehen, wurde Kathrin sogar ein zweites Mal zur Spende gebeten. Trotz leichter Müdigkeit nach dem ersten Termin sei sie bereits am nächsten Tag wieder fit gewesen. Für Kathrin steht fest, dass sie die Entscheidung jederzeit wieder treffen würde. „Jede Minute dieses Erlebnisses war es wert. Es ist eine große Ehre, einem anderen Menschen auf diese Weise eine neue Chance auf Gesundheit schenken zu dürfen“, sagt sie.