Neue Studie zeigt: So lebt Reininghaus mit vielen Sprachen
Eine Plakatserie zeigt die Ergebnisse einer Studie über Mehrsprachigkeit im Alltag in Reininghaus. Dabei wird vor allem die Rolle der Sprache im Zusammenleben deutlich.
Im Grazer Stadtteil Reininghaus hat mit Ende Mai eine Plakatserie gestartet, die auf den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Forschungsgruppe Reininghaus: Wie leben und erleben wir unsere Sprache(n) im Stadtteil?“ basiert. Die Studie hat erstmals untersucht, wie Bewohner Mehrsprachigkeit im Alltag erleben.
Soziale Mehrsprachigkeit in Reininghaus
Reininghaus hat sich seit einigen Jahren zu einem neuen urbanen Stadtteil im Westen von Graz entwickelt, in dem heute bereits rund 5.000 Menschen leben und arbeiten. Die Bewohner bringen dabei unterschiedliche sprachliche Ressourcen mit, von regionalen Dialekten bis hin zu mehreren Erstsprachen. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Soziale Mehrsprachigkeit ist im Bezirk gelebte Realität. Herausforderungen im Alltag, etwa bei der Mülltrennung oder der Nachbarschaftsorganisation, stehen laut Studie nicht mit Sprache, sondern mit allgemeinen Regeln des Zusammenlebens in Zusammenhang.
„Ein gutes Miteinander fördern“
Durchgeführt wurde das Projekt als Citizen-Science-Studie. Dabei waren Bewohner aktiv am Forschungsprozess beteiligt, haben Interviews geführt und Daten gesammelt, die anschließend wissenschaftlich ausgewertet wurden. „Unser Projekt zeigt, dass Forschung mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung nicht nur wertvolle Daten liefert, sondern auch soziale Interaktionen stärkt und ein gutes Miteinander fördern kann“, so Studienautorin Petra Wlasak.
Mehrsprachigkeit in Graz stärken
Die Ergebnisse sind jetzt eben im öffentlichen Raum sichtbar. Eine Plakatkampagne greift zentrale Aussagen der Bewohner auf und soll die sprachliche Vielfalt im Stadtteil sichtbar machen. Ziel sei es, das Bewusstsein für Mehrsprachigkeit zu stärken und den Dialog zwischen den Menschen weiter zu fördern. „Sprachliche Vielfalt sollte von Beginn an als gesellschaftliche Ressource mitgedacht werden, in der Stadtteilentwicklung ebenso wie bei Bildungsangeboten oder in der Nachbarschaftsarbeit“, so Bettina Thaller, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖWG Wohnbau, die im Namen des Vereins die Ausstellung eröffnet.