„Grün oder Grau“: Grüne präsentieren Wahlprogramm für Graz
Unter dem Motto „Grün macht Graz“ haben die Grünen ihr Wahlprogramm vorgestellt. Im Mittelpunkt steht ein Plan für eine Stadt, die bis 2040 „spürbar noch grüner, lebendiger und gerechter“ werden soll – mit 40 Zielen.
„Graz verändert sich – die Frage ist nur: geht es weiter spürbar vorwärts oder zurück ins graue Betonzeitalter?“, so Vizebürgermeisterin und Spitzenkandidatin Judith Schwentner am Dienstag. Die Präsentation des Programms für die Gemeinderatswahl fand im Rahmen einer offenen Sprechstunde mitten am Griesplatz statt.
Begrünung der Stadtteile
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Stadtbegrünung und Anpassung an den Klimawandel. Graz soll widerstandsfähiger gegen Hitze werden, mit mehr Bäumen, Grünräumen und beschatteten Plätzen und das in allen Stadtteilen. Besonders stark betroffen seien Hitzeinseln wie der Griesplatz, Jakominiplatz oder Europaplatz. Deshalb sollen sie schrittweise umgestaltet werden.
Eine „echte Betonbremse“ für Graz
„Ein Platz, an dem man sich auch im Sommer gerne aufhält, ein schattiges Bankerl unter einem Baum, ein Trinkbrunnen – das macht im Alltag den entscheidenden Unterschied“, so Schwentner. Mit einer verschärften Baumschutzverordnung, einem verpflichtenden Grünflächenfaktor und einer schrittweisen Überarbeitung der Flächenwidmung wollen die Grünen an einer „echten Betonbremse“ weiterarbeiten.
Mur und Volksgarten Teil des Wahlprogramms
Auch die Mur und der Volksgarten sollen künftig noch stärker als Lebens- und Erholungsraum erlebbar werden: mit ökologischen Aufwertungen, einer verkehrsberuhigten Promenade entlang der Mur, einer Kajakstrecke und einer Neugestaltung des Volksgartens inklusive Surfwelle.
Grüne planen Öffi-Ausbau
Auch beim Thema Mobilität setzen die Grünen auf den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und sichere Wege für Radfahrer und Fußgänger. Geplant sind unter anderem neue Straßenbahnlinien, mehr Kapazitäten im Öffi-Netz, mehr Nightline-Angebote und auch ein durchgängiges Radwegenetz. Ziel sei eine Stadt der kurzen Wege. Mit dem Konzept der „15-Minuten-Stadt“ sollen Bezirke so entwickelt werden, dass Nahversorgung, Bildung, Freizeit und Infrastruktur schnell erreichbar sind. „Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, braucht sichere Wege. Wer Öffis nutzt, braucht gute Verbindungen. Und wer auf das Auto angewiesen ist, will verlässlich ans Ziel kommen“, so Schwentner.
Kinderbetreuung ausbauen – leistabrer Wohnraum
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Kindern, Familien, leistbarem Leben und sozialer Sicherheit. Die Grünen wollen die Kinderbetreuung ausbauen, den Betreuungsschlüssel verbessern, Schulsozialarbeit und Sprachförderung stärken sowie sichere Schulwege und mehr Spielplätze schaffen. Auch beim Wohnen setzen sie auf leistbaren Wohnraum durch neue und sanierte Gemeindewohnungen sowie Maßnahmen gegen Leerstand. „Wohnen ist ein Grundrecht – Spekulation nicht“, sagt die Spitzenkandidatin.
Energieversorgung als wichtiger Punkt für die Grünen
Auch die Energieversorgung spielt eine zentrale Rolle. Mit dem Energiewerk Graz soll der Anteil regionaler und klimafreundlicher Fernwärme bis 2029 deutlich steigen. „Leistbare, verlässliche Energie gibt Sicherheit, für Haushalte genauso wie für Unternehmen“, betont Schwentner. Am Ende steht für die Grünen eine klare politische Richtung im Fokus: „Die Richtungsentscheidung lautet: Grün oder Grau“, so die Spitzenkandidatin.
Wahl in Graz: Programm der Grünen
Der Überblick über die 40 Zukunftsziele bis 2040 ist online abrufbar: https://graz.gruene.at/gruen-macht-graz/