„Trauern heißt erinnern“: ORF-Doku zeigt das Leben nach Grazer Amoklauf
„Es gibt keinen Tag, an dem das nicht irgendeine Auswirkung hat“: Eine ORF-Doku zeigt, wie Menschen in Graz ein Jahr nach dem Amoklauf mit Schmerz, Verlust und Erinnerung weiterleben.
Am 10. Juni 2025 wurde das BORG Dreierschützengasse in Graz zum Ort einer unfassbaren Tat. Neun Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin verloren an diesem Tag ihr Leben, bevor sich der Schütze selbst richtete. Elf weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Für viele in Graz ist seither nichts mehr so wie davor.
„Amoklauf in Graz – das Leben danach“
Wie tief dieser Tag bis heute nachwirkt, wird in der ORF-Dokumentation „Amoklauf in Graz – das Leben danach“ sichtbar. Direktorin Liane Strohmaier beschreibt darin, was geblieben ist: „Es gibt keinen Tag, an dem das nicht irgendeine Auswirkung hat“. Der Satz zeigt, wie sehr die Tat den Schulalltag, die Familien und die ganze Gemeinschaft verändert hat.
Weiterleben lernen
Die Dokumentation begleitet Betroffene und Einsatzkräfte ein Jahr nach dem Amoklauf. Sie erzählen vom Schock, vom Verlust und von der Frage, wie ein Leben weitergehen kann, wenn plötzlich die gewohnte Sicherheit zerbricht. Es geht nicht um schnelle Antworten. Es geht um Menschen, die jeden Tag neu versuchen, mit dem Unerträglichen zu leben. Besonders berührend ist die Stimme von Magdalena Hofbauer, die an diesem Tag ihre Tochter verloren hat. „Es geht auch immer wieder bergauf. Das ist ein inneres Wissen in mir“, sagt sie. In diesem Satz liegt kein Vergessen. Sondern der vorsichtige Versuch, trotz allem weiterzugehen.
Zeichen der Hoffnung
Auch die Schulgemeinschaft kommt in der Dokumentation vor. Auf einem Plakat, das im Film zu sehen ist, schreibt eine Schülerin: „Niemals aufgeben“. Es sind wenige Worte, aber sie stehen für viel: für Zusammenhalt, für Schmerz und für den Wunsch, nicht allein zu bleiben. Kriseninterventionsexpertin Heidrun Nedoma bringt in der Doku auf den Punkt, worum es beim Weiterleben auch geht: „Trauern bedeutet nicht vergessen, sondern erinnern“. Die Erinnerung bleibt. Und mit ihr auch die Aufgabe, einen Platz für das Geschehene im eigenen Leben zu finden.
Im ORF zu sehen
„Amoklauf in Graz – das Leben danach“ ist am Montag, dem 8. Juni 2026, um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zu sehen. Die Dokumentation von Monica Lucia Müller wurde als ORF-Auftragsproduktion von HolyScreen Media produziert. Die Doku richtet den Blick auf eine Stadt, eine Schule und Menschen, die von einem Tag auf den anderen aus ihrem Alltag gerissen wurden. Er zeigt nicht nur die Dunkelheit nach der Tat. Sondern auch, wie eine Gemeinschaft versucht, einander zu halten.