Skip to content
/ ©Angel Bena/Pexels
Foto auf 5min.at zeigt das Microsoft-Logo in einem Gebäude.
Die Piratenpartei Graz kritisiert steigende Microsoft-Lizenzkosten im Haus Graz und fordert den Umstieg auf offene Software.

Microsoft-Lizenzen kosteten Graz 2024 über 2,5 Millionen Euro

Eine Anfrage der Piratenpartei Graz zeigt hohe Ausgaben im Haus Graz: 2024 flossen über 2,57 Millionen Euro in Microsoft-Lizenzen. Die Partei fordert nun einen Umstieg auf offene Software.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(460 Wörter)
Wählen Sie 5min.at als bevorzugte Google-Quelle

Eine Anfrage der Piratenpartei Graz nach dem Informationsfreiheitsgesetz zeigt: Das Haus Graz zahlte im Jahr 2024 genau 2.570.662,51 Euro für Microsoft-Lizenzen. In den Jahren davor waren es weniger: 2022 lagen die Kosten bei 1.851.228,96 Euro, 2023 bei 2.059.792,22 Euro. In drei Jahren flossen damit mehr als 6,48 Millionen Euro an den US-Konzern. Laut Piratenpartei könnte das aber nur ein Teil der tatsächlichen Kosten sein, weil sich die Anfrage nur auf Betriebssysteme bezog.

Kritik an Abhängigkeit

Für die Piratenpartei Graz sind diese Zahlen ein Hinweis auf eine problematische Abhängigkeit von proprietärer Software und den USA. Die Partei fordert digitale Souveränität, offene Standards und Systeme, die langfristig kontrollierbar bleiben. In ihrer Kritik zieht sie auch einen Vergleich zu kritischen Ressourcen wie Öl und Gas: Öffentliche Infrastruktur dürfe nicht von außen abhängig sein. Aus Sicht der Piraten geht es damit nicht nur um Technik, sondern um politische Kontrolle über öffentliche IT.

Sorge um Sicherheit

Brisant findet die Piratenpartei auch die Antwort der Stadt Graz auf die Frage nach genauen Betriebssystemen und Versionsnummern. Diese wurden laut der Antwort nicht offengelegt, weil daraus Rückschlüsse auf Systemkonfigurationen und Schwachstellen gezogen werden könnten. Für die Piraten ist das ein Alarmsignal. Wenn schon zusammengefasste Informationen zu Betriebssystemen als Sicherheitsrisiko gelten, lasse das aus ihrer Sicht auf hohe Risiken in der Verwaltung schließen.

Kampagne gestartet

Begleitend zur Anfrage präsentieren die Piraten Graz ihre spendenfinanzierte Plakatkampagne mit der Forderung: „Office kündigen, Kultur retten“. Die Botschaft dahinter: Während die lokale Kunst- und Kulturszene unter Budgetkürzungen von Stadt und Land leidet, fließen Millionen in Konzernlizenzen ab. Dieses Geld soll nach Vorstellung der Partei künftig in Open Source, regionale IT-Kompetenz sowie Kunst und Kultur investiert werden. „Wenn Graz jedes Jahr über 2,5 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgibt, ist das keine technische Notwendigkeit, sondern eine politische Entscheidung. Wir wollen, dass die Stadt sofort aus dieser Abhängigkeit aussteigt. Offene Standards, Open Source und öffentliche Kontrolle über öffentliche Infrastruktur sorgen für Sicherheit. Das viele Geld ist in Kultur, Bildung und regionaler digitaler Kompetenz deutlich besser aufgehoben als bei US-Konzernen“, sagt Peter Grassberger, Spitzenkandidat der Piratenpartei Graz.

Forderung an Graz

Dass ein Umstieg möglich sei, zeigen laut Piratenpartei andere öffentliche Stellen. Frankreich setze bereits einen verbindlichen Fahrplan um, mit dem die Verwaltung auf Linux umgestellt werde. Auch das Österreichische Bundesheer habe Microsoft Office bereits komplett durch LibreOffice ersetzt. Graz dürfe hier nicht zurückbleiben, heißt es weiter. Die Partei verweist dabei auch auf die Grazer Linuxtage und die IT-Kompetenz in der Stadt. Gefordert werden eine verbindliche Open-Source-Strategie für das Haus Graz, offene Dokumentenstandards in der Verwaltung sowie der Einsatz von LibreOffice, Linux und offenen Kollaborationstools wie OnlyOffice oder Euro-Office.

Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.
Mehr Interessantes