Zwischen Zigaretten und Nikotinbeutel: Immer weniger Trafiken in Graz
Die Zahl der Trafiken in Graz sinkt seit Jahren. Gleichzeitig verändern E-Zigaretten und Nikotinbeutel das Geschäft. Warum Standorte schließen, welche Trends die Branche prägen und wie die Zukunft aussieht.
Wer regelmäßig durch die Grazer Innenstadt spaziert, bemerkt es zunehmend: Traditionsreiche Trafiken verschwinden aus dem Stadtbild. Zuletzt schloss ein Standort in der Hans-Sachs-Gasse seine Türen. Doch hinter einzelnen Geschäftsaufgaben steckt eine Entwicklung, die die gesamte Branche erfasst hat. Die Trafiken stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Veränderte Konsumgewohnheiten, neue Nikotinprodukte und wirtschaftliche Herausforderungen verändern das Geschäft nachhaltig.
Zahl der Trafiken in Graz geht zurück
Die Zahl der Trafiken sinkt seit Jahren. Dennoch fällt der Rückgang weniger drastisch aus, als oft angenommen wird. Ende 2025 gab es in Graz noch 78 Tabakfachgeschäfte, so aus einem Bericht der Kleinen Zeitung. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Minus von vier Standorten. Nicht jede geschlossene Trafik wird automatisch nachbesetzt. Vor einer Neuausschreibung wird geprüft, ob ein Standort langfristig wirtschaftlich tragfähig ist. Besonders in dicht besiedelten Stadtgebieten überschneiden sich häufig die Einzugsgebiete mehrerer Trafiken.
Warum Trafiken schließen
Die Gründe für Schließungen sind unterschiedlich. Oft stehen Pensionierungen von Trafikanten am Beginn einer Entwicklung. Wird die Konzession zurückgelegt, folgt eine Analyse des Standorts. Fällt diese negativ aus, bleibt das Geschäft geschlossen. Ziel ist es, bestehende Trafiken wirtschaftlich zu stärken und Überkapazitäten zu vermeiden. Dadurch sollen jene Standorte abgesichert werden, die langfristig bestehen können.
Klassische Zigaretten verlieren an Bedeutung
Während die Zahl der Raucher seit Jahren zurückgeht, verändert sich auch das Sortiment in den Trafiken. Der Verkauf herkömmlicher Zigaretten nimmt kontinuierlich ab. An ihre Stelle treten zunehmend alternative Produkte. Besonders E-Zigaretten und Nikotinbeutel gewinnen Marktanteile. Viele Konsumenten sehen darin eine Alternative zum klassischen Rauchen. Diese Entwicklung sorgt dafür, dass sich die Branche neu ausrichten muss. Das traditionelle Tabakgeschäft wird zunehmend durch neue Produktgruppen ergänzt.
Milliardenumsätze trotz verändertem Konsumverhalten
Trotz rückläufiger Zigarettenverkäufe bleibt die Branche wirtschaftlich bedeutend. Alternative Nikotinprodukte sorgen dafür, dass die Umsätze insgesamt stabil bleiben oder sogar wachsen. Der Gesamtumsatz mit Tabakwaren lag zuletzt bei rund vier Milliarden Euro. Damit konnte gegenüber dem Vorjahr sogar ein leichtes Plus erzielt werden. Die Zahlen zeigen: Das Geschäft verschwindet nicht, es verändert lediglich seine Form.
Gesundheit und Jugendschutz rücken stärker in den Fokus
Mit dem Erfolg neuer Nikotinprodukte wächst auch die Diskussion über deren gesundheitliche Auswirkungen. Experten weisen darauf hin, dass vermeintlich weniger schädliche Alternativen nicht automatisch risikofrei sind. Gleichzeitig gewinnen Jugendschutz und verantwortungsvoller Verkauf weiter an Bedeutung. Trafiken übernehmen dabei eine wichtige Rolle, da sie gesetzliche Alterskontrollen durchführen und streng reguliert werden.
Wie die Zukunft der Trafiken aussieht
Ein vollständiges Verschwinden der Trafiken ist derzeit nicht zu erwarten. Dennoch wird sich das Erscheinungsbild der Branche weiter verändern. Klassische Tabakwaren verlieren an Bedeutung, während neue Produkte und zusätzliche Angebote wichtiger werden. Für viele Trafikanten bedeutet das eine Anpassung an neue Marktbedingungen. Für Kunden wiederum verändert sich das Angebot Schritt für Schritt.