Von Köflach direkt zum Jakominiplatz: NEOS werben für Milliarden-Tunnel
Ohne Umsteigen vom Grazer Umland direkt ins Zentrum? Genau das soll der geplante S-Bahn-City-Tunnel möglich machen. Mit einem neuen Video wirbt NEOS-Spitzenkandidat Philipp Pointner für das Milliardenprojekt.
Im aktuellen Instgram-Video erklärt Pointner die Vision hinter dem Projekt. Die S-Bahn soll künftig nicht mehr am Grazer Hauptbahnhof enden, sondern unterirdisch durch die Stadt weitergeführt werden. „Von Köflach bis zum Jakominiplatz in 34 Minuten, wo man heute mehr als eine Stunde braucht“, sagt Pointner. Möglich werden soll das durch einen Tunnel, der zentrale Verkehrsknotenpunkte miteinander verbindet und Umwege vermeidet. Die Idee: Fahrgäste steigen im Umland ein und gelangen ohne zusätzliches Umsteigen direkt zum Hauptbahnhof, zur Universität Graz oder zum Jakominiplatz.
Weniger Umsteigen, weniger Stau
Für die NEOS ist der City-Tunnel vor allem ein Projekt für die vielen Menschen, die täglich nach Graz pendeln. „Wer weniger Stau haben will, muss eine echte Alternative bieten und das jetzt“, betont Pointner im Video. Durch direkte Verbindungen sollen mehr Menschen vom Auto auf die Bahn umsteigen. Gleichzeitig könnte das Straßenverkehrsaufkommen in und rund um Graz reduziert werden.
Milliardenprojekt für den Großraum Graz
Der geplante S-Bahn-City-Tunnel zählt zu den größten Infrastrukturprojekten, die derzeit in der Steiermark diskutiert werden. Ziel ist es, die bestehenden S-Bahn-Linien unterirdisch durch das Grazer Zentrum zu verbinden und das stark belastete Schienennetz an der Oberfläche zu entlasten. Aktuell befindet sich das Projekt in einer gemeinsamen Planungs- und Studienphase von Stadt Graz, Land Steiermark und den ÖBB. Nach einem Grundsatzbeschluss des Grazer Gemeinderats wurde eine umfassende Machbarkeits- und Wirksamkeitsstudie in Auftrag gegeben. Dabei werden unter anderem die technische Umsetzbarkeit, die Trassenführung und die Wirtschaftlichkeit untersucht. Die Ergebnisse werden für Herbst 2026 erwartet.
Kosten von mehr als drei Milliarden Euro
Derzeit werden mehrere Varianten geprüft. Die bekannteste sieht eine unterirdische Verbindung zwischen Ostbahnhof, Jakominiplatz und Hauptbahnhof vor. Für diese sogenannte Kurzvariante werden Kosten von rund 3,1 Milliarden Euro veranschlagt. Darüber hinaus gibt es Überlegungen für eine längere Strecke, die vom Hauptbahnhof weiter über den Lendplatz und die Keplerbrücke bis in Richtung Andritz führen könnte.
Befürworter sehen große Chancen
Befürworter des Projekts verweisen auf die enorme Bedeutung für den öffentlichen Verkehr in der Region. Schon heute pendeln täglich Tausende Menschen nach Graz. Ein City-Tunnel könnte die S-Bahn deutlich attraktiver machen und Menschen direkt vom Umland ins Zentrum bringen. Gleichzeitig würde das Projekt wichtige Impulse für die weitere Entwicklung des Großraums Graz setzen. Neben Zustimmung gibt es aber auch kritische Stimmen. Fachleute weisen darauf hin, dass es sich um die größte öffentliche Investition der Stadt seit Jahrzehnten handeln würde. Diskutiert werden deshalb nicht nur die Kosten, sondern auch die Frage, ob zusätzliche Verbindungen außerhalb des Stadtzentrums stärker berücksichtigt werden sollten. Fest steht derzeit: Gebaut wird noch nicht. Erst die laufenden Studien sollen zeigen, ob und in welcher Form der City-Tunnel tatsächlich umgesetzt werden kann.