Warum shoppen wir so gern? Aktivistin packt auf Grazer Murinsel aus
Warum kaufen wir so gern ein und was hat unser Belohnungssystem damit zu tun? Aktivistin Nunu Kaller gab beim Geco Festival in Graz Einblicke.
Im Rahmen des Grazer „Geco Festivals“ widmete sich die österreichische Bestseller-Autorin und Konsum-Aktivistin Nunu Kaller auf der Murinsel einer zentralen Frage: Warum und wie konsumieren wir eigentlich? Kaller erklärte, dass das Einkaufen ein tief verankertes soziales Ritual sei, das Zugehörigkeit schafft, aber auch abgrenzt. Unser Gehirn spielt dabei eine große Rolle: Der kurze Glücksmoment beim Kauf überstrahle schlichtweg den späteren Schmerz des Bezahlens. Kaller plädiert dafür, dass sich Menschen nicht mehr rein über ihren Konsum definieren sollten. Echte Nachhaltigkeit beginne dabei nicht zwingend mit radikalem Verzicht, sondern mit kleinen, im Alltag machbaren Schritten.
Kritik an Schein-Nachhaltigkeit
Deutliche Worte fand die durch ihre „Kauf-nix-Challenge“ bekannt gewordene Aktivistin beim Thema „Greenwashing“. Sie kritisierte, dass symbolische Maßnahmen großer Konzerne oft nur der Täuschung dienen würden. Ein einzelnes fair produziertes Kleidungsstück im Sortiment oder Holzregale im Geschäft seien für sie „nichts weiter als Augenauswischerei“, um echte Nachhaltigkeit vorzutäuschen. Gefragt sei stattdessen echte Transparenz, um Umweltbelastung und Ausbeutung in der Industrie nachhaltig zu reduzieren.