Arche Noah eröffnet neuen Hundebereich in Graz
In Graz hat die Arche Noah den ersten Teil ihres neuen Hundebereichs eröffnet. Aus alten Zwingern wurden sichere Plätze für Hunde - doch ein Drittel der Finanzierung fehlt.
Nach Jahren des Planens und Wartens ist bei der Arche Noah in Graz jetzt ein großer Schritt geschafft: Der erste Bauabschnitt des neuen Hundebereichs wurde eröffnet. Begonnen haben die Bauarbeiten am 23. März, nun sind die ersten 16 neuen Zwingeranlagen fertig. Rund eine Million Euro kostet dieser Abschnitt. Für das größte Tierheim der Steiermark ist das mehr als nur ein Umbau. Viele Hunde kommen mit schweren Erfahrungen, großem Stress oder besonderem Betreuungsbedarf in die Arche Noah. Genau für sie soll der neue Bereich mehr Sicherheit, Ruhe und Platz bringen.
Mehr Platz für Hunde
Die alte Infrastruktur war laut Arche Noah schon lange an ihre Grenzen gekommen. Enge und veraltete Zwinger, fehlende Rückzugsorte und alte bauliche Strukturen machten die Arbeit im Tierheim schwer. Seit 2018 kämpft der Verein deshalb für den Umbau. Der neue Hundebereich bringt größere und besser aufgeteilte Ausläufe, Rückzugsmöglichkeiten und getrennte Bereiche für verschiedene Bedürfnisse. Auch neue Sicherheits- und Hygienestandards wurden umgesetzt. Schleusensysteme, Maulkorbklappen und bessere Arbeitswege sollen den Alltag für das Team sicherer machen.
„Arche Noah leistet unverzichtbare Arbeit für den steirischen Tierschutz“
Bei der Eröffnung waren auch zahlreiche Ehrengäste dabei, darunter Tierschutzlandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ), Amtstierärztinnen und Amtstierärzte sowie Unterstützerinnen und Unterstützer. Amesbauer betonte die Bedeutung des Projekts für den steirischen Tierschutz. „Die Arche Noah leistet seit Jahren unverzichtbare Arbeit für den steirischen Tierschutz. Gerade Hunde, die aus schwierigen Haltungen und aufgrund behördlicher Abnahmen kommen, brauchen sichere Unterkünfte. Der neue Hundebereich ist daher weit mehr als ein Bauprojekt. Er ist ein klares Bekenntnis zu Verantwortung und Tierwohl. Zugleich geht es auch um den Schutz jener Menschen, die tagtäglich mit großem Einsatz mit oft belasteten und verunsicherten Tieren arbeiten. Zeitgemäße Strukturen und sichere Arbeitsbereiche sind daher nicht nur für die Hunde, sondern auch für die Mitarbeiter der Arche Noah von großer Bedeutung“, so Amesbauer.
Geld fehlt plötzlich
So groß die Freude über die Eröffnung ist, so schwierig bleibt die Lage bei der Finanzierung. Die Stadt Graz hat laut Arche Noah kurz vor der Eröffnung mitgeteilt, dass sie ihr vorgesehenes Drittel der Finanzierung doch nicht übernehmen wird. 5 Minuten berichtete: 250.000 Euro fehlen: Wirbel um Finanzierung bei Arche Noah. Für den gemeinnützigen Verein fehlt damit ein Betrag, der für offene und kommende Rechnungen dringend gebraucht wird. Obmann Charly Forstner zeigt sich verärgert: „Wir sind über das Vorgehen der Stadt Graz extrem enttäuscht und verärgert über diese Hinhaltetaktik, denn dem Verein fehlt nun ein fix kalkulierter Betrag. Für die Arche Noah geht es dabei nicht um politische Spielchen, sondern um sichere und tierschutzgerechte Unterkünfte für Hunde, die dringend Hilfe brauchen. Als größtes Tierheim der Steiermark übernehmen wir täglich Verantwortung – die Stadt Graz allerdings nicht.“
Hilfe aus der Region
Wie dringend der neue Bereich gebraucht wird, zeigte sich zuletzt auch bei der Aufnahme von rund 90 Shar Peis im Februar und März. Viele dieser Hunde sind noch immer in der Arche Noah. Eine Versorgung in dieser Größenordnung wäre laut Verein für kein anderes steirisches Tierheim zu stemmen gewesen. Während der Bauarbeiten ging die Arche Noah außerdem einen besonderen Weg: Viele Hunde kamen in den sogenannten „Baustellen-Urlaub“. Statt in ein anderes Tierheim zu ziehen, wurden sie vorübergehend in private Haushalte gebracht. Mehr als 400 Menschen meldeten sich dafür, seit Baustart sind mehr als 50 Hunde ausgezogen. Die Arche Noah dankt allen Spenderinnen und Spendern, Patinnen und Paten, Firmen, Behörden und der gesamten Arche-Crew, die diesen ersten Bauabschnitt möglich gemacht haben.