Graz Wahl 2026 live: Das vorläufige Ergebnis – KPÖ klar auf Platz 1
Graz wählt. Seit den frühen Morgenstunden (28. Juni 2026) waren die Wahllokale geöffnet, Tausende Grazerinnen und Grazer gaben ihre Stimmen ab. Die erste Hochrechnung ist nun da.
Graz-Wahl 2026
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Graz Wahl 2026: Daten und Fakten
- Termin: 28. Juni 2026
- 48 Mitglieder des Grazer Gemeinderates werden für die Dauer von fünf Jahren gewählt
- 279 Wahlsprengel
- 225.000 wahlberechtigte Grazer und Grazerinnen
- Gewählt werden: Gemeinderat, Bezirksräte und Migrant:innenbeirat
- 111 Wahllokale geöffnet: 7–16 Uhr, abrufbar unter der Stadt-Karte
- Von der Wahlkommission wurden elf Parteien und Listen zugelassen
- Bitte nimm unbedingt deinen amtlichen Lichtbildausweis mit!
Fünf Jahre nach dem historischen Linksrutsch steht der Murmetropole eine richtungsweisende Weichenstellung bevor. Wenn am heutigen Sonntag mehr als 225.000 wahlberechtigte Grazerinnen und Grazer an die Urnen gerufen werden, entscheiden sie nicht nur über den Verbleib der KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr im Rathaus, sondern stellen im selben Zug die politischen Weichen auf lokaler Ebene. Das steirische Kommunalwahlrecht sieht dafür ein duales System vor: Ausgegeben werden im Wahllokal zwei separate Stimmzettel – einer für den Gemeinderat, der die gesamtstädtische Politik lenkt, und einer für die jeweiligen Bezirksräte, die sich um die unmittelbaren Belange vor Ort kümmern.
Graz und sein „Kreuzerl“
Diese organisatorische Trennung eröffnet Raum für das sogenannte „Splitting“, ein in Graz bewährtes Phänomen des taktischen Wählens. Es ist der Wählerschaft explizit gestattet, auf Stadtebene eine andere Fraktion anzukreuzen als im eigenen Wohnbezirk, was regelmäßig zu differenzierten Machtverhältnissen zwischen dem Rathaus und den Grätzeln führt. Zusätzlich besteht auf beiden Dokumenten die Option, dem favorisierten Lager mittels einer Vorzugsstimme eine personelle Präferenz mitzugeben. Für die Gültigkeit des Votums zieht die Wahlbehörde dabei traditionell pragmatische Grenzen: Die formale Ausgestaltung des „Kreuzerls“ ist zweitrangig, solange der Wählerwille unmissverständlich hervorgeht.
Live: Wahl Graz 2026
Das war der Wahlsonntag in Graz
Das war der Wahlsonntag in Graz. Die letzten Sprengel wurden ausgezählt. Der Abend brachte klare Gewinner, bittere Verluste und neue Fragen für die kommenden fünf Jahre. Das endgültige Wahlergebnis wird am Montag feststehen, wenn alle Briefwahlkarten ausgezählt sind. Elke Kahr zu Koalitionsgesprächen: „Die Bevölkerung hat uns einmal mehr das Vertrauen geschenkt und wir werden im besten Sinne der Bevölkerung arbeiten und diese Arbeit beginnt mit den Gesprächen morgen.“
KPÖ Spitzenkandidatin Elke Kahr gibt umfassendes Statement ab
Die Wahlen des Grazer Gemeinderates, der 17 Bezirksvertretungen und des Migrant:innenbeirats sind abgeschlossen. Endergebnisse liegen noch nicht vor, aber der Auszählungsgrad zeigt bereits ein eindeutiges Ergebnis. Bürgermeisterin Elke Kahr nahm nach 18 Uhr dazu Stellung: „Ich möchte mich bei allen Grazerinnen und Grazern bedanken, die von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht und an der Wahl teilgenommen haben. Ich bin erleichtert und glücklich, dass es eine so deutliche Zustimmung zum 2021 eingeschlagenen Kurs gibt. Umso mehr möchte ich mich bei allen bedanken, die meiner Partei ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Ich danke allen, die der KPÖ und mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Mein Dank gilt auch den Kolleginnen und Kollegen vom Referat Meldewesen und Wahlen mit Leiter Wolfgang Schwartz, die die Wahl bestens und umsichtig organisiert haben, und allen Mitgliedern des Gemeinderats und der Stadtregierung, die in den vergangenen fünf Jahren konstruktiv zu einer positiven Entwicklung unserer Stadt beigetragen haben. Besonders gilt das für die Grünen und die Sozialdemokratie, mit denen die koalitionäre Zusammenarbeit immer in sachlicher und wertschätzender Weise gelungen ist. In einer von vielen Krisen geprägten Zeit konnte vieles für Graz erreicht werden, was lange Zeit Bestand haben wird. Mir und meinen Kollegen in der Stadtregierung, Manfred Eber und Robert Krotzer, war immer wichtig, dass Politik dem Gemeinwohl und dem sozialen Zusammenhalt dienen soll. So habe ich vor fünf Jahren den Auftrag der Wählerinnen und Wähler verstanden, und das wird auch in den kommenden Jahren unsere Grundhaltung bleiben und die Politik der KPÖ bestimmen. Der Wahltermin im Juni war wichtig, damit die Periode regulär enden konnte und der neu gewählte Gemeinderat lückenlos seine Arbeit aufnehmen kann. Vorrangig ist nun die Erstellung eines Budgets. Die Arbeit muss weitergehen, damit die Weichen für die kommenden Jahre in bestmöglicher Weise gestellt werden können. Dafür werden in den nächsten Tagen Gespräche mit allen Parteien über Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit stattfinden.“
Die Statements bei der Pressekonferenz
Projekt KFG wird beendet
KFG-Doppelspitze Stadträtin Claudia Schönbacher und Gemeinderat Michael Winter zum Ergebnis der Bürgerliste „Korruptionsfreies Graz“ bei der Grazer Gemeinderatswahl: „Wir möchten uns in erster Linie bei unseren Wählern, die uns heute bei der Wahl ihr Vertrauen ausgesprochen haben, bedanken und selbstverständlich auch bei unseren zahlreichen Unterstützern, die sich besonders in den letzten Wochen im Wahlkampf engagiert haben! Aufgrund des Ergebnisses werden wir das politische Projekt „KFG“ jedoch nicht weiterverfolgen. Diverse Details werden wir, nachdem der Vorstand in den kommenden Wochen getagt hat, bekanntgeben.“
KPÖ baut Plus weiter aus
Die KPÖ gewinnt zweimal hintereinander in einer Landeshauptstadt. Nun ist die 3. Hochrechnung da.
KPÖ: 36,1
ÖVP: 24,9
GRÜNE: 14,8
SPÖ: 5,8
FPÖ: 12,1
KFG: 0,7
NEOS: 4,7
SONSTIGE: 0,8
Auszählung 66,3 %, Schwankung +/-0,9
Erste politische Reaktionen
„Das ist ein sehr schmerzhafter Tag für die Grazer SPÖ. Wir haben beide Wahlziele deutlich verfehlt und können dieses Votum der Grazerinnen und Grazer nur zur Kenntnis nehmen. Wir haben auf die Themen Gesundheit und Pflege gesetzt und ein klares inhaltliches Angebot gemacht, das nicht angenommen wurde. Offensichtlich konnte Elke Kahr sehr viele WählerInnen von Grünen und uns für sich gewinnen. Wir gratulieren herzlich zu diesem Erfolg. Die weiteren Schritte werden wir in den morgigen Sitzungen beraten.“, so Doris Kampus in einer ersten Reaktion auf die Hochrechnung des ORF.
Bei der KPÖ hingegen herrscht Jubelstimmung. „Das Wahlergebnis zeigt, dass eine Politik, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und soziale Fragen in den Mittelpunkt stellt, Vertrauen schafft. Unter Bürgermeisterin Elke Kahr wurde deutlich, dass Politik nahe bei den Menschen nicht nur möglich ist, sondern breite Unterstützung findet. Wir gratulieren Elke Kahr und der KPÖ Graz herzlich“, betont Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.
1. Hochrechnung da
Die erste Hochrechnung ist da. Die KPÖ liegt bei 35,8 Prozent: Ein deutlicher Zuwachs. Fast jeder zweite Wahlberechtigte (48,8 %) war nicht bei der Wahl.
KPÖ; 35,8
ÖVP: 25,6
GRÜNE: 13,9
FPÖ: 12,1
NEOS: 4,8
SPÖ: 6,1
KFG: 0,8
Mandatssitze voraussichtlich:
KPÖ: 18ÖVP: 12Grüne: 7SPÖ: 3Neos: 2FPÖ: 6KFG: 0
Schwankungsbreite 2%, 1. Hochrechnung
Ersten drei Sprengel-Ergebnisse da
Die ersten kleineren Sprengel wurden bereits ausgezählt. Puntigam, Wetzelsdorf und Gries gehörten zu den ersten ausgezählten Sprengel. Bei allen drei liegt die KPÖ eindeutig vorne. Noch ist das Ergebnis noch lange nicht da – die kommenden Sprengel können das Bild erfahrungsgemäß stark verändern.
Die Wahllokale sind geschlossen
Mit den ersten Hochrechnungen wird nach 17 Uhr gerechnet – 5 Minuten Graz wird live berichten. Das vorläufige Wahlergebnis wird voraussichtlich heute Abend gegen 19 Uhr bekannt gegeben. Davor gibt es um 18 Uhr eine Pressekonferenz.
Nervosität steigt
In 30 Minuten schließen die Wahllokale, es ist nun die letzte Möglichkeit eine Stimme abzugeben. Im Rathaus sitzen viele Journalisten und Journalistinnen im gekühlten Gemeinderatssaal – die Stimmung im Rathaus wird unter den KandidatInnen nun immer angespannter, die Nervosität steigt.
Rückblick: So sah das Wahlergebnis 2021 aus
Graz Wahl 2026: Häufig gestellte Fragen
Wählen dürfen alle Personen, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind, die österreichische oder eine EU-Staatsbürgerschaft besitzen und am festgelegten Stichtag ihren Hauptwohnsitz in Graz gemeldet hatten.
Die Öffnungszeiten in Graz sind am Wahlsonntag von 07:00 bis 16:00 Uhr.
Auf beiden Stimmzetteln kann zusätzlich jeweils eine Vorzugsstimme für eine bestimmte Person vergeben werden. Eine vollständige Liste aller Kandidatinnen und Kandidaten liegt dafür direkt in den Wahlkabinen auf. Auf dem Stimmzettel gibt es ganz rechts ein freies Feld. Dort kann der Name oder die Reihungsnummer einer Wunsch-Kandidatin oder eines Wunsch-Kandidaten der zuvor angekreuzten Partei eingetragen werden.
Wer seine Stimme im Wahllokal abgibt, erhält zwei separate Stimmzettel: einen für die Wahl des Gemeinderates und einen für die Wahl der Bezirksräte. Das Wahlrecht erlaubt hierbei sogenanntes „Splitting“ – es ist also möglich, auf Gemeindeebene eine andere Partei zu wählen als auf Bezirksebene. Für die Gültigkeit der Stimme ist die genaue Form des „Kreuzerls“ rechtlich nicht ausschlaggebend; entscheidend ist einzig, dass der Wählerwille eindeutig erkennbar ist. Werden hingegen mehrere Parteien oder gar keine Liste markiert, gewertet die Wahlbehörde die Stimme als ungültig.