Graz trauert um Martin Wolf: „Pro Bim“-Aktivist ist verstorben
Graz trauert um Martin Wolf. Der Mitbegründer der Initiative „Pro Bim Graz“ setzte sich über viele Jahre mit großem Engagement für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs ein. Sein Tod löst bei Wegbegleitern große Bestürzung aus.
Martin Wolf war für viele weit mehr als ein Verkehrsexperte. Mit der 2013 gegründeten Initiative „Pro Bim Graz“ kämpfte er unermüdlich für einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr in der Landeshauptstadt. Gemeinsam mit Mitgliedern von Styria-Mobile und Fahrgast Graz/Steiermark setzte er sich für den Ausbau des Straßenbahnnetzes, bessere Taktungen und attraktive Alternativen zum Individualverkehr ein. Sein Ziel war klar: Graz sollte lebenswerter werden, mit einem starken öffentlichen Verkehr als Rückgrat einer wachsenden Stadt.
Noch vor wenigen Wochen unterwegs
Wie sehr ihm Bahn und Straßenbahn am Herzen lagen, zeigte sich bis zuletzt. Erst Ende Mai berichtete Wolf in den sozialen Medien über einen Vereinsausflug von Fahrgast Graz/Steiermark ins steirische und oberösterreichische Salzkammergut. Gemeinsam mit anderen Öffi-Begeisterten war er mit Bahn und Bus unterwegs, wanderte durch das Rettenbachtal und sprach begeistert von einem „wunderschönen Tag“. Dass diese Zeilen zu seinen letzten öffentlichen Beiträgen zählen würden, konnte damals niemand ahnen.
Große Betroffenheit in Graz
Die Nachricht von seinem Tod verbreitete sich am Donnerstag rasch. Zahlreiche Wegbegleiter verabschiedeten sich mit bewegenden Worten. Der ehemalige Grazer Grünen-Klubchef Karl Dreisiebner schrieb: „Mögen alle deine geliebten Straßenbahnen – anders als in Graz – mit einer tadellos funktionierenden Ampelbeeinflussung für dich zügig genug unterwegs sein.“ Auch Tristan Ammerer zeigte sich tief betroffen: „Wie schockierend und sehr, sehr traurig. Möge dir die Erde leicht sein, lieber Martin Wolf.“
Eine Stimme für nachhaltige Mobilität
Mit Martin Wolf verliert Graz einen Menschen, der sich über viele Jahre konsequent für eine nachhaltige Mobilität eingesetzt hat. Für ihn waren Straßenbahnen weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie standen für eine moderne, klimafreundliche und lebenswerte Stadt. Sein Engagement prägte zahlreiche Diskussionen rund um den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und machte ihn zu einer bekannten Stimme der Grazer Verkehrsszene.