Baden in der Mur: Antrag der Grünen scheitert
Die steirischen Grünen wollen sichere Badestellen an der Mur und anderen Flüssen ermöglichen. ÖVP, FPÖ und SPÖ lehnten den Antrag ab - die Debatte um saubere, kostenlose Abkühlung bleibt.
Wenn die Sommer heißer werden, suchen viele Menschen in der Steiermark nach Abkühlung. Die Grünen wollen deshalb, dass Baden in Flüssen an ausgewiesenen sicheren Stellen möglich wird. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Mur, aber auch andere steirische Flüsse werden genannt. Es geht laut Grünen nicht um Baden überall, sondern um klare Regeln, sichere Plätze und gute Wasserqualität.
„Lebensqualität“
Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl erklärt den Vorstoß mit den Kosten und Möglichkeiten im Alltag vieler Menschen. „Nicht alle haben einen Garten mit Pool oder können jedes Mal Eintritt ins Freibad zahlen. Ein sauberer Fluss, den man sicher nutzen kann, bedeutet Lebensqualität direkt vor der Haustür“, sagt sie. Damit das möglich wird, brauche es aus Sicht der Grünen verlässliche Daten. Diese sollen zeigen, wo die Mur belastet ist und wo Badewasserqualität mittel- bis langfristig erreichbar wäre.
Daten bis 2027
In einem Entschließungsantrag forderten die Grünen ein regelmäßiges wissenschaftliches Monitoring der Wasserqualität der Mur. Geprüft werden sollten unter anderem physikalisch-chemische, mikrobiologische und hygienische Werte. Außerdem sollte die Landesregierung dem Landtag bis Ende 2027 einen Gesamtbericht zur Wasserqualität der Mur vorlegen. Darin sollten auch mögliche Belastungsquellen und geeignete Flussabschnitte bewertet werden.
Plan für Flüsse
Neben dem Bericht verlangten die Grünen auch Maßnahmen, mit denen die Badewasserqualität der Mur schrittweise verbessert und langfristig gesichert werden kann. Zusätzlich sollte ein Stufenplan entstehen, wie Baden in ausgewählten steirischen Flüssen künftig ermöglicht werden könnte. „Wir fordern keine Badeparty in der ganzen Mur, sondern Messungen, verlässliche Daten und die Ausweisung von sicheren Badestellen“, so Krautwaschl. Im Antrag wird die Mur als prägender Natur- und Lebensraum für viele Generationen beschrieben.
Antrag abgelehnt
Aus Sicht der Grünen fehlt der Landesregierung bei diesem Thema die langfristige Vision. Krautwaschl kritisiert dabei auch FPÖ-Landesrat Amesbauer: „Wenn uns FPÖ-Landesrat Amesbauer wieder einmal vorwirft, ‚badewütig‘ zu sein, zeigt das die Visionslosigkeit dieser Landesregierung. Wir Grüne werden uns von unserer Vision, eines Tages in einer sauberen Mur baden, abkühlen und erholen zu können, jedenfalls nicht abbringen lassen.“ Der Entschließungsantrag „Mur als Lebensraum stärken“ wurde von ÖVP, FPÖ und SPÖ abgelehnt.