Aus für kleine Spitäler? Graz wehrt sich gegen Reformpläne
Die geplante Gesundheitsreform des Bundes sorgt weiter für Diskussionen. Nachdem Berichte über mögliche Spitalsschließungen für Unruhe sorgten, stellt Graz nun klar: Die Geriatrischen Gesundheitszentren stehen nicht zur Debatte.
Die Diskussion um die geplante Gesundheitsreform des Bundes reißt nicht ab. Nachdem bekannt wurde, dass kleinere Spitalsstandorte nach den aktuellen Reformvorgaben langfristig unter Druck geraten könnten, kommt nun deutlicher Widerspruch aus Graz. Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) betont, dass die Geriatrischen Gesundheitszentren (GGZ) auch künftig ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung bleiben sollen.
Debatte um kleinere Spitalsstandorte
Ausgangspunkt der aktuellen Diskussion sind die Reformpläne des Bundes, 5 Minuten hat berichtet: Drohen der Steiermark Spitalsschließungen? Das steckt hinter den Plänen. Diese sehen vor, dass Spitalsstandorte mit weniger als 180 Betten oder einem eingeschränkten medizinischen Leistungsangebot langfristig neu bewertet werden. Österreichweit könnten davon mehr als 60 kleinere Krankenhäuser betroffen sein. Auch in der Steiermark lösten diese Überlegungen zuletzt große Sorgen aus. Mehrere Standorte wurden in der öffentlichen Debatte genannt – darunter auch Teile der Geriatrischen Gesundheitszentren in Graz.
Graz stellt sich klar hinter die GGZ
Für Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) steht jedoch fest, dass eine Schließung der Einrichtungen nicht zur Diskussion steht. „Die Schließung der Geriatrischen Gesundheitszentren Graz steht nicht zur Debatte“, hält Krotzer unmissverständlich fest. Nach seinen Worten leisten die GGZ weit mehr als klassische Krankenhausarbeit. Sie verbinden Altersmedizin, Pflege, Hospizversorgung, Tageszentren, betreute Wohnformen sowie mobile Angebote und Rehabilitationsmaßnahmen miteinander und übernehmen damit eine zentrale Rolle in der Versorgung älterer Menschen.
Mehr als ein Krankenhaus
Gerade angesichts einer älter werdenden Bevölkerung seien spezialisierte Einrichtungen wie die GGZ wichtiger denn je. Aus Sicht der Stadt gehe es deshalb nicht allein um Bettenzahlen oder die Größe eines Standorts, sondern um die Qualität und Vielfalt der angebotenen Leistungen. Krotzer betont, dass diese Angebote keine Zusatzleistung seien, sondern zur öffentlichen Gesundheitsversorgung gehören.
Gesundheitsreform bleibt umstritten
Die Reformpläne des Bundes stoßen derzeit in mehreren Bundesländern auf Kritik. Vor allem die vorgesehenen Kriterien für kleinere Krankenhäuser sorgen für Diskussionen. Während Befürworter auf eine stärkere Spezialisierung und effizientere Strukturen verweisen, warnen Kritiker vor einer Verschlechterung der regionalen Gesundheitsversorgung.