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Auf dem Foto von www.5min.at sieht man das erste Plauderbankerl in Graz.
Wer dort Platz nimmt, signalisiert ganz bewusst: „Ich freue mich über ein Gespräch“.

Das erste „Plauderbankerl“ in Graz steht ab sofort im Augartenpark

Im Grazer Augarten lädt ab sofort das erste Plauderbankerl zum Gespräch ein. Das gemeinsame Projekt von Stadt Graz und Caritas soll Menschen zusammenbringen und Einsamkeit entgegenwirken.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
2 Minuten Lesezeit(470 Wörter)
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Ein Gespräch kann den Tag verändern, manchmal sogar das Leben. Genau darauf setzt ein neues Projekt der Stadt Graz und der Caritas. Im Augarten wurde nun das erste Plauderbankerl aufgestellt. Wer dort Platz nimmt, signalisiert ganz bewusst: „Ich freue mich über ein Gespräch“. Entstehen soll ein Ort für spontane Begegnungen, unkompliziert, offen und ohne Verpflichtungen.

Ein Platz für Begegnungen

Das weiß gekennzeichnete Bankerl befindet sich in der Nähe des Pavillons im Augarten. Es ist das erste seiner Art im öffentlichen Raum in Graz und startet zunächst als Pilotprojekt. Die Idee dahinter ist einfach: Viele Menschen wünschen sich mehr soziale Kontakte, wissen aber oft nicht, wie sie ins Gespräch kommen sollen. Das Plauderbankerl soll genau diese Hürde abbauen und Begegnungen ermöglichen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation.

„Einsamkeit ist längst kein Randthema mehr“

Für Vizebürgermeisterin Judith Schwentner ist das neue Angebot eine Antwort auf ein gesellschaftliches Problem, das immer mehr Menschen betrifft. „Einsamkeit ist längst kein Randthema mehr. Sie betrifft junge und ältere Menschen gleichermaßen und hat Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität.“ Deshalb brauche es neben politischen Maßnahmen auch einfache Ideen, die Menschen wieder zusammenbringen. „Das Plauderbankerl ist genauso eine Idee: Wer hier Platz nimmt, zeigt, dass ein Gespräch willkommen ist. Daraus können schöne Begegnungen entstehen – mit Menschen, die man sonst wahrscheinlich nie kennengelernt hätte.“ Schwentner betont außerdem, dass eine lebenswerte Stadt nicht nur aus Parks und Gebäuden bestehe. „Eine lebenswerte Stadt lebt nicht nur von Parks und Plätzen, sondern vor allem von den Begegnungen, die dort stattfinden.“

Caritas: „Einsamkeit macht krank“

Betreut wird das Plauderbankerl von der Caritas, die mit ihrem Plaudernetz bereits seit Jahren Menschen unterstützt, die sich Austausch wünschen. Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler verweist darauf, dass Einsamkeit weitreichende Folgen haben kann. „Einsamkeit ist ein Thema, das wir in der Caritas an vielen Stellen wahrnehmen – von den Notschlafstellen über die Schulen bis zu den Pflegewohnhäusern.“ Sie macht deutlich, dass Einsamkeit weit mehr sei als nur ein unangenehmes Gefühl. „Einsamkeit macht krank, Einsamkeit kann arm machen, Einsamkeit kann dazu führen, dass Menschen ganz aus dem allgemeinen Leben verschwinden.“ Das Plauderbankerl solle deshalb ein sichtbares Zeichen setzen. „Es lädt Menschen ein, sich ihren Platz zu nehmen, da zu sein und in Kontakt zu kommen. Das Plauderbankerl setzt ein deutliches Zeichen: In dieser Stadt, in unserer Gesellschaft, hat jeder und jede Platz.“

Pilotprojekt mit Zukunft

Das Plauderbankerl im Augarten ist zunächst als Pilotprojekt angelegt. Stadt Graz und Caritas wollen beobachten, wie das Angebot von den Grazerinnen und Grazern angenommen wird. Fällt die Resonanz positiv aus, könnten schon bald weitere Plauderbankerl an verschiedenen Standorten im Grazer Stadtgebiet folgen.

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