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Foto auf 5min.at zeigt eine Frau Fotos anschauen.
Historikerin Nadjeschda Stoffers von der Universität Graz sucht Erinnerungen und persönliche Unterlagen zum Alltag an früheren NS-Eliteschulen.

Historikerin sucht Erinnerungen an frühere NS-Eliteschulen

Zwischen 1939 und 1945 gab es auf dem Gebiet des heutigen Österreich neun sogenannte Napolas. Eine Historikerin der Universität Graz sucht nun ehemalige Schüler sowie Briefe, Fotos und Tagebücher aus Familienbesitz.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(354 Wörter)
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Buben und Mädchen ab zehn Jahren sollten in den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten zur künftigen Elite des Nationalsozialismus erzogen werden. Eine dieser sogenannten Napolas befand sich in Traiskirchen. Wie die Kinder und Jugendlichen den Alltag dort erlebten, untersucht Nadjeschda Stoffers von der Universität Graz. Das Forschungsprojekt entsteht gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung.

Fragen zum Alltag

Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Erfahrungen der ehemaligen Schülerinnen und Schüler. „Wie erlebten sie die Aufnahmeprüfung und den Internatsalltag? Welche Rolle spielten Konzepte wie Kameradschaft für die Kinder und Jugendlichen? Wie gestaltete sich die nationalsozialistische Erziehung und Ideologisierung in diesen totalen Institutionen?“, so die Historikerin. Um Antworten darauf zu finden, sucht sie Menschen, die über ihre damalige Schulzeit berichten möchten. Auch Erinnerungen, die innerhalb einer Familie weitergegeben wurden, können für die Forschung wichtig sein.

Strenge Auslese

Die Napolas galten im Deutschen Reich als „Ausleseschulen“ und wurden bereits im April 1933 gegründet. Aufgenommen wurden nur Kinder, die den rassistischen Vorgaben des NS-Regimes entsprachen und eine mehrtägige Prüfung bestanden. Danach folgte ein streng geregelter Tagesablauf. Appelle, Sport, Unterricht, vormilitärische Übungen, Studierstunden und Arbeitseinsätze bestimmten das Leben im Internat.

Standorte im Land

Die Ausbildung war grundsätzlich auf acht Jahre ausgelegt. In der damaligen „Ostmark“ bestand dieser Schultyp jedoch nur von 1939 bis zum Kriegsende 1945. Standorte gab es unter anderem in Wien, Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten und Oberösterreich. Auch im heutigen Slowenien befanden sich Einrichtungen. Die erste Napola für Mädchen wurde in der Wiener Boerhaavegasse eröffnet und später nach Hubertendorf und Türnitz in Niederösterreich verlegt.

Jeder Hinweis zählt

Besonders wertvoll sind Briefe, Tagebücher, Fotos, Schulaufsätze, Schulhefte und persönliche Gegenstände aus dieser Zeit. Sie können zeigen, wie die Kinder den Unterricht, das Internat und die nationalsozialistische Erziehung tatsächlich wahrnahmen. Wer selbst eine Napola besucht hat oder in der Familie noch entsprechende Unterlagen aufbewahrt, wird gebeten, sich bei Nadjeschda Stoffers zu melden. Jeder Hinweis kann dabei helfen, den Alltag in den NS-Eliteschulen genauer zu erforschen.

Kontakt:

Nadjeschda Stoffers, MA
Institut für Geschichte der Universität Graz und Ludwig Boltzmann Institut für  Kriegsfolgenforschung
Liebiggasse 9, 8010 Graz
Telefon: +43 664 533 85 03
E-Mail: nadjeschda.stoffers@uni-graz.at

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