„Wie Saharastaub“: Warum es derzeit rund um Friesach so staubig ist
Einige Anrainer im Raum Peggau (Bezirk Graz-Umgebung) berichten derzeit von ungewöhnlich starker Staubentwicklung. Das Betreiberunternehmen des Steinbruchs in Friesach erklärt, warum die Belastung heuer besonders auffällt.
Dichte Staubwolken, schlechte Sicht am Morgen und ein Bild, das manche Anrainer an Saharastaub erinnert: In den vergangenen Wochen haben mehrere Bewohner rund um Friesach bei Peggau eine verstärkte Staubbelastung wahrgenommen. Eine Anrainerin wandte sich deshalb an die Redaktion von 5 Minuten und schilderte ihre Beobachtungen. Besonders in den Morgenstunden sei die Sicht teilweise deutlich eingeschränkt. „Sieht aus wie Saharastaub nur viel ‚dichter'“, beschreibt die Anrainerin. Die Ursache vermutet sie im nahegelegenen Steinbruch. Der Betrieb des Steinbruchs in Friesach hat nun mit einer Anrainerinformation auf die Rückmeldungen reagiert und erklärt die möglichen Gründe für die aktuelle Situation.
Keine erhöhte Produktion geplant
Laut Betrieb sind die aktuellen Staubentwicklungen nicht auf eine gesteigerte Abbaumenge zurückzuführen. Die Fördermenge liege derzeit sogar leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Eine Produktionssteigerung sei aktuell weder geplant noch aufgrund der schwachen Bauwirtschaft vorgesehen. Ein Faktor sei allerdings die Lage des aktuellen Abbaubereichs: Aufgrund einer behördlich angeordneten Sicherungsmaßnahme befinde sich der Betriebsschwerpunkt seit rund zwei Jahren im oberen Bereich des Steinbruchs. Durch die exponierte Lage könne es zeitweise zu stärkeren Emissionen kommen.
Extreme Trockenheit verstärkt Staubverfrachtung
Als Hauptgrund für die derzeit auffällige Situation nennt der Betrieb vor allem die außergewöhnlich trockenen Wetterbedingungen. Die Kombination aus langen Hitzeperioden, geringer Bodenfeuchtigkeit und wechselnden Windbewegungen im Talbereich führe dazu, dass Staub leichter aufgewirbelt und weiter transportiert werde. Gerade thermische Auf- und Abwinde könnten dazu beitragen, dass sich die Staubpartikel entlang bestimmter Bereiche sammeln und für Anrainer stärker sichtbar werden.
Warum auch nach Regen Staub auftreten kann
Einige Beobachtungen sorgen laut Betreiber für zusätzliche Fragen: So könne es vorkommen, dass auch kurz nach Regenschauern wieder Staubwolken entlang der Semriacherstraße auftreten. Der Grund: Kurze Niederschläge würden oft nur die oberste Schicht des Bodens befeuchten. Sobald Wind aufkommt oder der Betrieb wieder läuft, könne darunterliegendes trockenes Material erneut Staub freisetzen. Erst länger anhaltender Regen könne eine nachhaltige Bindung des Staubes bewirken. Zusätzlich würden auch andere Faktoren wie der Verkehr auf der Semriacherstraße sowie land- und forstwirtschaftliche Flächen bei der aktuellen Trockenheit zur Staubaufwirbelung beitragen.
Betrieb verweist auf Maßnahmen
Um die Staubbelastung möglichst gering zu halten, setzt der Steinbruch laut eigenen Angaben mehrere Maßnahmen um. Dazu zählen unter anderem:
- laufende Bewässerung von Produktionsbereichen und Verkehrswegen,
- regelmäßige Reinigung befestigter Wege mit einer Kehrmaschine,
- angepasste Arbeitsabläufe bei besonders staubintensiven Tätigkeiten.
Für Bewässerung und Reinigung sei derzeit ein Mitarbeiter während der gesamten Produktionszeiten abgestellt. Die Maßnahmen würden außerdem in einem internen Staubprotokoll dokumentiert.
Keine Gesundheitsgefährdung laut Betreiber
Die Frage nach möglichen gesundheitlichen Auswirkungen beschäftigt viele Anrainer. Der Betreiber betont dazu, dass das verwendete Gesteinsmaterial regelmäßig untersucht werde und keine gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe festgestellt worden seien. Außerdem halte der Betrieb sämtliche behördlich vorgeschriebenen Auflagen und Grenzwerte ein. Die Bereiche Luftreinhaltung und Emissionen würden im Rahmen der Genehmigungen umfassend geprüft. Die aktuelle Staubsituation sei daher vor allem durch die außergewöhnliche Trockenheit und die meteorologischen Bedingungen verstärkt sichtbar geworden.
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