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/ ©David Ertl
Das Bild auf 5min.at zeigt eine Megaphon-Ausgabe.
Megaphon: Rund neun von zehn Lesern wollen nämlich die Verkäufer unterstützen, knapp 60 Prozent kaufen stets bei der gleichen Person.

Uni Graz Umfrage: Deshalb kaufen die Grazer das Megaphon

Seit 30 Jahren gehört das Straßenmagazin Megaphon zum Grazer Stadtbild. Eine Umfrage der Universität Graz zeigt nun, dass die meisten Leserinnen und Leser das Heft vor allem aus Solidarität kaufen.

von Anja Mandler
2 Minuten Lesezeit(366 Wörter)
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Seit 30 Jahren gehören das Megaphon und seine Verkäufer zum Grazer Stadtbild. Das Straßenmagazin liefert gesellschaftskritische Inhalte und fördert kulturelle Vielfalt. Der Verkauf bietet Menschen in prekären Lebensverhältnissen, die Möglichkeit niederschwellig Geld zu verdienen. Genau diese Aspekte sind auch zentrale Beweggründe, die Zeitung zu erwerben, wie eine Umfrage der Universität Graz ergeben hat. Rund neun von zehn Lesern wollen nämlich die Verkäufer unterstützen, knapp 60 Prozent kaufen stets bei der gleichen Person.

Megaphon: Was sind die Kaufmotive der Grazer?

„Die Redaktion wollte anlässlich des Jubiläums mehr über die Kaufmotive und die Leser:innenschaft erfahren. Sie hat das Center for Social Research an der Universität Graz um seine Expertise gebeten“, begründet Matthias Penker die Umfrage. Der Soziologe, der heuer sein Doktoratsstudium an der Uni Graz abschlossen und mittlerweile am Institut für höhere Studien in Wien arbeitet, unterstützte die Redaktion bei der der Umsetzung und Auswertung der Studie. „Die Solidarität mit den Verkäufer:innen und dem Projekt spielt eine große Rolle“, fasst Penker die Ergebnisse zusammen. Das bestätige auch die vergleichsweise gute Rücklaufquote, die den Wissenschaftler überraschte: „314 Leser:innen nahmen zwischen Oktober und Dezember online sowie mittels eines in der Straßenzeitung abgedruckten Fragebogens teil.“

Umfrage der Uni Graz ergibt: Leser kaufen Megaphon aus Solidarität

91 Prozent davon begründeten den Kauf mit der Unterstützung der selbstständigen Verkäufern, die zur Hälfte am Erlös der Zeitung beteiligt sind. Rund zwei Drittel gaben an, sich für die journalistische Aufbereitung zentraler sozialer und gesellschaftspolitischer Inhalte der Zeitung zu interessieren. 35 Prozent erstehen jede Ausgabe, 31,5 Prozent fast jede. Sechs von zehn Leser haben ihren Stammverkäufer. „Die befragten Personen sind tendenziell höher gebildet“, berichtet Matthias Penker. So haben 60 Prozent einen Hochschulabschluss. Knapp zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) leben und lesen in Graz. Weitere 10,6 Prozent kommen aus dem Grazer Umland, der restliche Teil aus anderen Regionen der Steiermark. „Das Megaphon ist damit klar in der Stadt verankert, reicht aber über sie hinaus“, betont Penker Breit gestreut ist das Alter der Leser:innenschaft: 18–29 Jahre (12,7 %), 30–49 Jahre (31,4 %), 50–64 Jahre (32,4 %) und 65+ (23,5 %).

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