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/ ©perwein.eu
Bild auf 5min.at zeigt eine Frau hockend.
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner misst die Oberflächentemperatur am Grazer Jakominiplatz, die an heißen Tagen bis zu 60 Grad erreichen kann.

35 Grad und kein Ende: So rüstet sich Graz gegen die Hitze der Zukunft

Die Hitzewelle hat Graz weiter fest im Griff. Auch in den kommenden Tagen werden Temperaturen von über 35 Grad erwartet. Die Stadt reagiert darauf mit langfristigen Maßnahmen, die Graz widerstandsfähiger machen sollen.

von Elisa Auer Elisa Auer 5 Minuten Redaktion
2 Minuten Lesezeit(457 Wörter)
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Was früher als außergewöhnlich galt, wird nach Einschätzung von Klimaforschern immer häufiger zur Normalität: längere Hitzeperioden, mehr Tropennächte und zunehmende Starkregenereignisse. Für Städte wie Graz bedeutet das, dass bestehende Straßen, Plätze und Grünflächen an die veränderten Bedingungen angepasst werden müssen. „Die Hitze hat bereits jetzt massive Auswirkungen auf unseren Alltag. Deshalb müssen wir unsere Stadt so umgestalten, dass sie auch an sehr heißen Tagen ein guter Ort zum Leben bleibt. Jeder neue Baum, jede entsiegelte Fläche und jeder Platz mit mehr Schatten macht dabei einen Unterschied“, betont Vizebürgermeisterin Judith Schwentner.

Mehr Bäume und weniger versiegelte Flächen

Bereits laufende Projekte zeigen, wie dieser Umbau aussehen soll. So wird etwa der Tummelplatz mit zusätzlichen Bäumen, entsiegelten Flächen und einem neuen Regenwassermanagement neugestaltet. Im September beginnt außerdem die Sanierung der Lindenallee in der Kaiserfeldgasse. Nach Angaben der Stadt werden bei allen größeren Straßen- und Platzprojekten Begrünung, Schatten, Entsiegelung und Maßnahmen gegen Starkregen inzwischen von Beginn an mitgeplant.

Schwammstadt-Prinzip soll Hitze abfedern

Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Unter Straßen und Plätzen werden spezielle Schichten aus Schotter und Substrat eingebaut. Sie speichern Regenwasser, versorgen Bäume auch in Trockenzeiten und sorgen durch Verdunstung für eine natürliche Kühlung der Umgebung. Gleichzeitig kann bei Starkregen mehr Wasser aufgenommen werden, wodurch die Kanalisation entlastet wird. Mit diesem Konzept zählt Graz laut Stadt mittlerweile zu den europäischen Vorreitern. Delegationen aus dem In- und Ausland informieren sich regelmäßig über die umgesetzten Projekte.

Tropennächte werden zur Gesundheitsgefahr

Besonders problematisch sind sogenannte Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Laut Stadt wurden am Lendplatz bereits im Jahr 2024 mehr als 40 solcher Nächte registriert. Fehlt die nächtliche Abkühlung, kann sich der Körper schlechter erholen. Vor allem ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke gelten als besonders gefährdet. Neben langfristigen Bauprojekten setzt Graz deshalb auch auf kurzfristige Maßnahmen wie Trinkbrunnen, zusätzliche Beschattung sowie Sprühnebelanlagen. Grundlage für weitere Anpassungen liefert das Klima-Informationssystem der Stadt, das Temperaturdaten, Windströmungen und mögliche Hitzeinseln analysiert und so künftige Planungen unterstützen soll.

Auch Hochwasserschutz wird ausgebaut

Nicht nur Hitze, sondern auch Starkregen und Hochwasser werden nach Einschätzung von Experten künftig häufiger auftreten. Deshalb investiert die Stadt gemeinsam mit Bund und Land auch in den Hochwasserschutz. Erst vor Kurzem wurde der letzte Abschnitt der Schöckelbach-Regulierung abgeschlossen. Neben einem verbesserten Hochwasserschutz entstanden dort neue Grünflächen, Aufforstungen sowie ein durchgehender Geh- und Radweg.

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