Sturms Champions-League-Traum endete – jetzt wartet die Europa League
In Graz-Liebenau stemmte sich Sturm gegen das Aus, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Ein Elfmeter beendete schließlich die Hoffnung auf die Königsklasse und öffnete die Tür zur Europa League.
Sturm Graz hat Fenerbahce Istanbul einen harten Abend bereitet, doch belohnt wurde der Einsatz jedoch nicht. Nach dem 0:2 im Hinspiel mussten die Grazer zu Hause einen Rückstand aufholen und gingen entsprechend mutig ans Werk. Trainer Fabio Ingolitsch überraschte dabei mit Petar Petrovic, Arjan Malic und Axel Kayombo in der Startelf. Sturm drückte, suchte den Weg nach vorne und hielt den türkischen Favoriten lange beschäftigt. Am Ende stand trotzdem ein 0:1 und damit das Aus in der Champions-League-Qualifikation.
Chancen ohne Treffer
Vor allem vor der Pause fehlte nicht der Wille, sondern der letzte Zentimeter zum Glück. Seedy Jatta setzte einen Kopfball über das Tor, Emran Soglo verfehlte mit einem Schlenzer sein Ziel und auch Jon Gorenc Stankovic konnte eine Kopfballchance nicht entscheidend verwerten. Nach der Pause blieb Sturm zunächst am Drücker, zweimal fehlte Kayombo nur wenig auf gefährliche Hereingaben. Malic brachte das Problem danach auf den Punkt: „Die Chancen waren da, dann müssen wir sie aber auch nützen. Das war heute das Hauptthema“. Sturm hatte Möglichkeiten – das entscheidende Tor machte später aber Fenerbahce.
Elfer drehte den Wind
In der 65. Minute bekam der Grazer Angriffsschwung plötzlich Gegenwind. Petrovic erwischte Anderson Talisca bei einem Klärungsversuch, der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Talisca übernahm selbst und traf zum 0:1. Aus Grazer Druck wurde damit ein beinahe uneinholbarer Rückstand. Ingolitsch beschrieb den Moment später so: „Der Elfmeter hat uns den Stecker gezogen. Deswegen sind wir raus. Aber ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft. Ich kann ihr nichts vorwerfen, ganz im Gegenteil“.
Jugend macht Mut
Ganz leer bleibt der Grazer Abend dennoch nicht: Sturm trat mit einem Altersschnitt von 21,5 Jahren an. Der erst 17-jährige Luca Weinhandl behauptete sich im Mittelfeld gegen Namen wie N’Golo Kanté und Matteo Guendouzi. Auch Jacob-Peter Hödl ließ sich vom prominenten Gegner nicht einschüchtern und suchte immer wieder das direkte Duell. Ingolitsch sieht deshalb auch die Europa League nicht als Trostpreis. Dort wartet im Herbst die Ligaphase – mit möglichen Gegnern wie AC Mailand, Juventus Turin oder Bayer Leverkusen.
Altach wartet
Viel Zeit zum Grübeln bleibt den Grazern ohnehin nicht. Schon am Samstag (15. August) wartet in Graz-Liebenau mit dem SCR Altach wieder der Bundesliga-Alltag. Nach zwei Niederlagen gegen Fenerbahce ist die Königsklasse zwar außer Reichweite, die europäische Reise aber noch lange nicht vorbei.