Rekordverkauf bei Sturm Graz: Jeyland Mitchell wechselt nach Frankreich
Jeyland Mitchell verlässt Sturm Graz nach nur einem Jahr und setzt seine Karriere in Frankreich fort. Für die Grazer ist der Transfer ein Rekordgeschäft, noch nie brachte ein Defensivspieler dem Verein so eine hohe Ablöse.
Ein Jahr in Schwarz-Weiß, dann folgt bereits der nächste große Karriereschritt. Jeyland Mitchell verlässt den SK Sturm Graz mit sofortiger Wirkung und wechselt zu Racing Straßburg in die französische Ligue 1. Der österreichische Vizemeister bestätigte den Transfer am Mittwoch offiziell. Sportlich verliert Sturm damit einen Leistungsträger. Wirtschaftlich ist der Wechsel hingegen bemerkenswert: Der Costa Ricaner wird laut Verein zum mit Abstand teuersten Defensiv-Verkauf in der Geschichte des SK Sturm. Medienberichten zufolge bewegt sich die Ablöse im Bereich von rund acht Millionen Euro.
Vom Leihspieler zum Rekordverkauf
Mitchells Entwicklung in Graz verlief rasant. Erst im Sommer 2025 kam der Innenverteidiger zunächst auf Leihbasis von Feyenoord Rotterdam in die Steiermark. Später verpflichtete Sturm den jungen Abwehrspieler fix. Nun folgt bereits der Wechsel in eine der europäischen Topligen. Insgesamt stand Mitchell 32 Mal für Sturm Graz auf dem Platz. Dabei gelangen dem 25-fachen Nationalspieler Costa Ricas zwei Treffer und zwei Assists. Sport-Geschäftsführer Michael Parensen sieht in dieser Entwicklung auch eine Bestätigung des Grazer Weges. „Jeyland Mitchell ist als Leihspieler zum SK Sturm gekommen und hat sich nach kurzer Anlaufzeit in diesem Jahr beim SK Sturm zu einem absoluten Leistungsträger und Abwehrspieler von europäischem Format entwickelt“, sagt Parensen.
Sturm spricht von „neuen wirtschaftlichen Maßstäben“
Dass bei Mitchell neben der sportlichen Entwicklung auch ein späterer Transfer eine Rolle spielte, daraus macht Sturm keinen Hehl. „Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass wir mit Jeyland einen klaren Plan verfolgen und neben seinem enormen sportlichen Wert am Platz auch die wirtschaftliche Komponente seiner Verpflichtung im Blick haben müssen“, erklärt Parensen. Dieser Plan ist nun aufgegangen. Mit dem Verkauf habe Sturm bei Transfers von Defensivspielern „neue wirtschaftliche Maßstäbe“ setzen können. Damit setzt sich eine Strategie fort, mit der sich die Grazer in den vergangenen Jahren zunehmend einen Namen gemacht haben: junge Spieler entwickeln, ihnen internationale Auftritte ermöglichen und sie anschließend gewinnbringend in größere Ligen transferieren.
Mitchell: „Hatte ein großartiges Jahr hier in Graz“
Für den 21-Jährigen endet damit ein kurzes, aber prägendes Kapitel seiner Karriere. Mitchell selbst blickt positiv auf seine Zeit in der Steiermark zurück. „Ich hatte ein großartiges Jahr hier in Graz, konnte mich sportlich und persönlich enorm weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen“, sagt der Innenverteidiger zum Abschied. Nun wartet mit der französischen Ligue 1 die nächste Herausforderung. Trotz seines schnellen Abschieds will Mitchell die Zeit in Graz nicht vergessen. „Nun freue ich mich auf die Herausforderung in der Ligue 1, werde den SK Sturm, die Stadt Graz und die großartigen Fans hier aber nie vergessen und immer in sehr guter Erinnerung behalten.“
Sturm verliert einen Leistungsträger
Für die Grazer bedeutet der Rekordtransfer allerdings auch eine sportliche Lücke in der Defensive. Mitchell hatte sich nach seiner Eingewöhnungsphase zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft entwickelt. Für Parensen überwiegt dennoch die positive Bilanz. Sturm habe eine „ausgezeichnete Lösung für alle Beteiligten gefunden“.