Nach zwei Jahren Bauzeit: Neues Zuhause für Mädchen in Graz bald fertig
In Graz-Süd bekommt die Wohngemeinschaft für Mädchen von SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause. Es soll jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen vor allem eines geben: Sicherheit und Stabilität.
Für die Bewohnerinnen der Wohngemeinschaft ist es weit mehr als ein neues Gebäude. Die Kinder und Jugendlichen, die hier betreut werden, haben oftmals schwere Krisen erlebt und sind mit großen psychischen Belastungen konfrontiert. Im neuen „Mädchenwohnen“ in Graz-Süd sollen sie einen geschützten Ort bekommen, an dem sie zur Ruhe kommen und Schritt für Schritt ihren eigenen Weg gehen können. Nach rund zwei Jahren Bauzeit ist das Projekt nun weitgehend abgeschlossen. Am Donnerstag, dem 10. September 2026, wird das neue Zuhause in der Gradnerstraße 177a offiziell vorgestellt.
„Es sind oft sehr traurige Geschichten“
Wie wichtig ein stabiles Umfeld für die Mädchen ist, beschreibt SOS-Kinderdorfleiterin Steiermark Birgitta Thurner eindringlich: „Es sind oft sehr traurige Geschichten, die die Kinder und jungen Menschen mitbringen, wenn sie zu uns kommen.“ Viele von ihnen würden einen „schweren Rucksack“ mitbringen und seien mit herausfordernden psychischen Belastungen konfrontiert. Umso wichtiger sei ein Platz, an dem sie sich „sicher, verstanden und geborgen fühlen“ können. Thurner bringt das Ziel auf einen einfachen Punkt: Es soll ein Ort sein, „wo sie Kind sein dürfen“.
Betreuung geht weit über das Wohnen hinaus
Genau darauf ist die Wohngemeinschaft ausgerichtet. Die jungen Bewohnerinnen erhalten nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern werden pädagogisch und therapeutisch begleitet. Ein professionelles Team unterstützt sie dabei, ihren Alltag zu bewältigen und zunehmend selbstständig zu werden. Das Ziel reicht damit über die unmittelbare Betreuung hinaus. Die Mädchen sollen Stabilität erfahren und gleichzeitig jene Unterstützung erhalten, die ihnen später den Schritt in ein möglichst selbstbestimmtes Erwachsenenleben erleichtert.
Therapieraum, Gemeinschaft und eigene Rückzugsorte
Bei der Gestaltung des neuen Hauses spielen unterschiedliche Bedürfnisse eine Rolle. Vorgesehen sind unter anderem ein Therapieraum, in dem Erlebtes aufgearbeitet werden kann, sowie ein Gemeinschaftsbereich für Austausch und gemeinsames Leben. Genauso wichtig sind die eigenen Zimmer. Sie sollen persönliche Rückzugsorte für die jungen Bewohnerinnen sein und ihnen ein Stück Privatsphäre und Normalität ermöglichen. Bei der Umsetzung des Projekts wurde SOS-Kinderdorf nach eigenen Angaben von Unternehmenspartnern, Unterstützern und Systempartnern begleitet. Auch die pädagogische und therapeutische Expertise der Mitarbeiter floss in das neue Zuhause ein.