14 Enten in drei Kartons abgegeben: „Nur vier haben überlebt“
14 Enten sollten bei einem Gnadenhof bei Graz untergebracht werden. Doch acht Tiere waren bereits bei der Ankunft tot, zwei weitere konnten trotz sofortiger Hilfe nicht gerettet werden.
in besonders tragischer Fall beschäftigt derzeit den Gnadenhof „Purzel & Vicky“ in Vasoldsberg bei Graz. Eine Halterin wollte dort 14 Enten abgeben. Hintergrund war laut Gnadenhof, dass die Tiere ohne Einzäunung gehalten worden seien und sich deshalb auch in der Nachbarschaft aufgehalten hätten. Für die Fahrt zum Gnadenhof wurden die 14 Enten allerdings auf lediglich drei Kartons aufgeteilt. Nach Angaben von Ingrid Stracke, die den Gnadenhof gemeinsam mit ihrem Mann Michael betreibt, waren die Behälter nicht ausreichend belüftet. „Die 14 Enten kamen bei uns in nur drei Kartons zusammengepfercht an. Es waren keine adäquaten Luftlöcher in den Karton geschnitten, sondern nur winzige Löcher gestochen worden“, schildert Stracke gegenüber 5 Minuten.
Acht Tiere bereits tot
Als die Enten in Vasoldsberg ankamen, war für einen Großteil der Tiere jede Hilfe zu spät. Acht der 14 Enten waren bereits verendet. Mehrere Tiere seien zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig steif gewesen. Für Stracke wirft das Fragen zur Dauer des Transports auf. Die angegebene Fahrzeit habe rund 45 Minuten betragen. Der Zustand der toten Tiere lasse aus Sicht des Gnadenhofs jedoch vermuten, dass sie möglicherweise deutlich länger in den Kartons gewesen sein könnten. Die sechs noch lebenden Enten wurden unmittelbar versorgt. Doch auch für zwei von ihnen kam die Hilfe zu spät. Vier Tiere überlebten schließlich und haben inzwischen ein neues Zuhause auf dem Gnadenhof.
Situation nach Ankunft eskalierte
Nach der Ankunft der Tiere wurde die Halterin laut Stracke darüber informiert, dass der Amtstierarzt eingeschaltet werden soll. Dabei sei die Situation eskaliert. „Die Frau hat uns präpotent beschimpft und wie eine Irre unsere Zufahrt mit dem Auto blockiert und uns damit sogar noch bei der Notversorgung der Enten behindert“, berichtet Stracke gegenüber 5 Minuten. Der Vorfall wurde nach Angaben des Gnadenhofs angezeigt. Besonders problematisch sei für die Betreiber, dass die Halterin nach ihrer Darstellung kaum Einsicht gezeigt habe.
Vier Enten haben überlebt
Während die Hintergründe des Falls nun behördlich geklärt werden sollen, konnten zumindest vier der ursprünglich 14 Enten gerettet werden. Sie leben mittlerweile am Gnadenhof und schwimmen dort im Ententeich. Für Ingrid und Michael Stracke ist der Fall ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig Wissen und Verantwortung bei der Haltung und beim Transport von Tieren sind. Ihr Fazit zum Vorfall fällt entsprechend deutlich aus: Die Halterin habe aus Sicht des Gnadenhofs sowohl bei der Tierhaltung als auch beim Transport und beim Tierschutzrecht gravierende Wissenslücken gezeigt. Die Betreiber hoffen deshalb auf mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Tieren, damit Fälle wie dieser künftig verhindert werden können.