Gürtel um den Hals: Schwere Vorwürfe gegen Grazer Häftling
Ein Streit zwischen zwei Insassen der Justizanstalt Graz-Karlau eskalierte vor rund drei Jahren. Nun muss sich ein 34-Jähriger vor einem Geschworenengericht verantworten.
Schwere Vorwürfe stehen im Mittelpunkt eines Prozesses am Grazer Landesgericht. Ein 34-jähriger Insasse soll einen Mitgefangenen in einem Haftraum massiv misshandelt und gegen dessen Willen sexuelle Handlungen vorgenommen haben. Zudem geht es um den Vorwurf eines versuchten Mordes. Die beiden Männer kannten sich bereits aus dem Maßnahmenvollzug in Wien-Mittersteig. Nach ihrer Verlegung nach Graz befanden sie sich erneut in derselben Justizanstalt.
Gürtel um den Hals gelegt
Laut Anklage soll der Angeklagte seinen Mithäftling zunächst dazu aufgefordert haben, die Zelle zu reinigen. Danach sei der Mann lediglich mit einer Unterhose bekleidet auf seinem Bett gesessen. In weiterer Folge soll der 34-Jährige dessen Gürtel genommen und ihn damit am Hals durch den Haftraum gezogen haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge kam es anschließend zu weiteren körperlichen Übergriffen. Unter anderem soll der Kopf des Opfers in das Wasser des Waschbeckens gedrückt worden sein. Zudem wird dem Angeklagten eine Vergewaltigung vorgeworfen.
Urteil am Abend erwartet
Der Angeklagte bestreitet die schwerwiegenden Vorwürfe. Sein Verteidiger erklärte, es habe sich um einen eskalierten Streit gehandelt, der vom späteren Opfer provoziert worden sei. Zwar habe es Verletzungen gegeben, einen Tötungsversuch oder eine Vergewaltigung habe sein Mandant jedoch nicht begangen. Mit einem Urteil wird im Laufe des Abends gerechnet. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.