Internationale Drohnenforschung landet erstmals in der Steiermark
Rund 100 internationale Fachleute, Forschende und Studierende kamen in Graz zusammen. Doch bei Vorträgen blieb es nicht: Einen Tag später wurden Drohnen im hochalpinen Testgebiet Steinalpl unter realen Bedingungen erprobt.
Für zwei Tage wurde die Steiermark zum Treffpunkt der internationalen Drohnenforschung. Am 23. und 24. September fand die „UAV Flight Test Convention“ erstmals in Österreich statt. Den Auftakt machte die FH JOANNEUM in Graz. Dort tauschten sich Fachleute aus Forschung, Luftfahrt und Behörden über aktuelle Entwicklungen rund um unbemannte Luftfahrtsysteme aus. Mit dabei waren unter anderem Vertreter von Airbus, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Austro Control sowie mehreren internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Drohnen der Zukunft
In Graz ging es unter anderem um neue Einsatzmöglichkeiten von Drohnen, selbstständige Flugoperationen, Logistik sowie Regeln und Genehmigungsverfahren. Auch Drohnenlieferungen und der Einsatz der Fluggeräte bei der Naturbeobachtung waren Thema. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Flügen außerhalb der direkten Sichtweite sowie grenzüberschreitenden Einsätzen. Damit kamen bei der Veranstaltung unterschiedliche Bereiche der Drohnenforschung zusammen.
Studierende mittendrin
Nicht nur internationale Fachleute präsentierten ihre Arbeit. Auch Studierende der FH JOANNEUM stellten ihre Projekte vor. Das Design-Build-Fly-Team etwa entwickelt und baut ein Modellflugzeug für einen jährlich ausgetragenen internationalen Wettbewerb. 2025 holte ein Team der FH JOANNEUM dort den Gesamtsieg. Vorgestellt wurde außerdem das JOANNEUM Arctic Expedition Team. Studierende und Lehrende hatten in Grönland und Schweden unter arktischen Bedingungen unter anderem Drohnentechnik und Sensoren erprobt.
Ab ins Testgebiet
Nach dem ersten Tag in Graz wechselte die Veranstaltung am zweiten Tag in die Mürzsteger Alpen. Im Drohnen-Testgebiet Steinalpl an der Grenze zwischen der Steiermark und Niederösterreich konnten die Systeme unter realen alpinen Bedingungen erprobt werden. Das hochalpine Testgebiet umfasst rund 102 Quadratkilometer. Damit folgte auf die Gespräche und Vorträge unmittelbar die praktische Erprobung.
Forschung zum Erleben
Genau diese Verbindung steht für Holger Friehmelt, Leiter des Instituts Luftfahrt/Aviation der FH JOANNEUM, im Mittelpunkt. „Mit der Convention haben wir unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht und gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, Forschung nicht nur zu diskutieren, sondern unmittelbar zu erleben und uns international auszutauschen.“ Die „UAV Flight Test Convention“ wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Airbus und der Technischen Universität München ins Leben gerufen. Mit ihrer siebten Ausgabe kam sie nun erstmals nach Österreich.