
Von Schlägen bis Nacktfotos: Schwere Vorwürfe gegen SOS Kinderdorf
Schwere Vorwürfe wurden heute gegen Betreuer des SOS Kinderdorfs Moosburg laut. Diese sollen zwischen 2008 und 2020 Kinder gequält und geschlagen haben. Auch Nacktfotos sollen entstanden sein.
In einem SOS Kinderdorf in Kärnten sollen Kinder zwischen 2008 und 2020 Schlimmes erlitten haben. Ein aktueller Bericht der Wiener Wochenzeitung „FALTER“ deckt eklatante Missstände auf: Die Kinder sollen dort von den Betreuerinnen und Betreuern misshandelt, geschlagen und eingesperrt worden sein. Besonders brisant: Die Missstände wurden laut FALTER in einer Studie aufgedeckt, die das SOS Kinderdorf selbst in Auftrag gegeben hat – doch die Ergebnisse wurden nie veröffentlicht, sondern vertuscht. Für die betroffenen Pädagogen gilt die Unschuldsvermutung.
Auch Leiter soll Kinder geschlagen haben
Die Vorwürfe wiegen mehr als schwer: Eine Betreuerin soll Kinder nachts eingesperrt haben, Essen und Trinken soll rationiert worden sein. Sogar von einem extra für diesen Zweck abmontierten Wasserhahn ist die Rede. Doch damit nicht genug: Ein Pädagoge soll Nacktfotos von seinen Schützlingen auf seinem privaten Laptop gespeichert haben. Der Leiter des Moosburger Kinderdorfs soll dem Treiben keinen Einhalt geboten haben, sondern seinen Schutzbefohlenen gegenüber selbst gewalttätig geworden sein, Türen eingetreten und Kinder geschlagen und sie bedroht haben. Zumindest ein Teil der Missstände dürfte den Behörden bekannt gewesen sein: Laut FALTER wurden zwischen 2008 und 2020 Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft im besagten Kinderdorf durchgeführt, doch diese wurden in beiden Fällen eingestellt. Danach habe sich nicht viel verändert.
SOS-Kinderdorf-Geschäftsführerin: „Am Standort Moosburg sind Fehler passiert“
Die SOS-Kinderdorf-Österreich-Geschäftsführerin Annemarie Schlack dementiert dies gegenüber dem FALTER und erklärt, dass man sich von Führungskräften getrennt und in Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe des Landes Vorwürfe aufgearbeitet habe. Doch sie räumt ein: „Erkenntnisse aus der Studie und aus anderen zahlreichen internen Aufarbeitungsmaßnahmen zeigen auf, dass am Standort Moosburg Fehler passiert sind und wir den Schutz von Kindern nicht immer lückenlos gewährleisten konnten.“ Schlack entschuldigt sich bei allen Betroffenen und erklärt weiters, dass einige von ihnen Entschädigungen erhalten und eine Therapie bezahlt bekommen hätten.