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Symbolfoto auf 5min.at zeigt eine erkankte Frau
Die drastische Zunahme von Krankenstandstagen und Kurzkrankenständen ist für viele Betriebe ein brennendes Problem.

Scheinkrankenstände: Kärntner Betriebe schlagen Alarm

Krankenstände in der Kärntner Gastronomie nehmen dramatisch zu und belasten viele Betriebe massiv. Besonders Scheinkrankenstände an Fenstertagen oder während der Kündigungsfrist setzen den Gastronomiebetrieben finanziell zu.

von Julia Strammer Das Foto auf www.5min.at zeigt die Onlineredakteurin Julia Strammer von 5 Minuten.
1 Minute Lesezeit(222 Wörter)

Krankenstände sind in der Kärntner Gastronomie ein massives Problem. Besonders ärgerlich ist Krankenstandsmissbrauch, der für viele Betriebe geradezu existenzbedrohend ist. „Wir begrüßen daher den Vorstoß von ÖGK-Spitzenrepräsentant Peter McDonald, scharf gegen diesen Sozialbetrug vorzugehen“, sagt Stefan Sternad, Fachgruppenobmann der Kärntner Gastronomie in der Wirtschaftskammer.

Das Foto auf www.5min.at zeigt Stefan Sternad, Fachgruppenobmann Gastronomie der WK Kärnten.
©WKK | Simone Attisani
Für Stefan Sternad herrscht akuter Handlungsbedarf.

Zunahme von Krankenstandstagen

Die drastische Zunahme von Krankenstandstagen und Kurzkrankenständen ist für viele Betriebe ein brennendes Problem. Das untermauert eine Umfrage der Wirtschaftskammer bei Kärntner Betrieben im heurigen Frühjahr. „Die Ergebnisse zeigen die ganze Dramatik dieses Themas und sind ein deutlicher Weckruf für die ÖGK und die politisch Verantwortlichen.“

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • 96 Prozent der Betriebe waren im Vorjahr von Krankenständen betroffen
  • Über 70 Prozent registrieren eine Zunahme der Krankenstände
  • Mehr als zwei Drittel sehen fehlende Kontrollen als wesentliche Ursache
  • Mehr als 40 Prozent berichten von wiederholten kurzen Krankenständen
  • 55 Prozent wurden rückwirkende Krankenstandsbestätigungen vorgelegt
  • Drei Viertel der Befragten fühlen sich von der ÖGK nicht ausreichend unterstützt

Akuter Handlungsbedarf

Für Stefan Sternad herrscht akuter Handlungsbedarf. „Ich will keine berechtigten Krankenstände infrage stellen. Was uns in der Gastronomie unter den Nägeln brennt, ist die Belastung durch Scheinkrankenstände. Die gibt es oft an Fenstertagen, werden mitunter rückwirkend bekanntgegeben, signifikant oft in der Kündigungsfrist.“ Die offensichtlich fehlende Kontrollfunktion der ÖGK leiste diesem Krankfeiern Vorschub.

Gastronomie fordert vermehrte Krankenstandskontrollen

Durch die derzeitige gesetzliche Lage haben Betriebe bei der Entgeltfortzahlung immense Kosten zu tragen, kritisiert der Wirtesprecher. „Bei Krankenständen ab dem vierten Tag muss es eine Kostenübernahme durch die ÖGK geben. Zudem fordert die Gastronomie verstärkte Krankenstandskontrollen und eine Chefarztpflicht ab dem zehnten Tag.“

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