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/ ©Verein Geben für Leben
Das Bild auf 5min.at zeigt einen Stammzellenspender.
René Schiefer hat sich als Stammzellenspender typisieren lassen und konnte einer schwerkranken Frau eine neue Chance auf Leben geben.

HAK-Schüler als Lebensretter: „Kann es gar nicht in Worte fassen“

Was eine Diplomarbeit, ein Lotto 6er und ein mutiger Schüler gemeinsam haben? Diese Dinge führten dazu, dass eine schwerkranke Frau wieder eine neue Chance auf Leben hat. Im Interview mit 5 Minuten erzählt René seine Geschichte.

von Marlene Dorfer Das Foto auf www.5min.at zeigt Marlene Dorfer aus der Kärnten Redaktion.
3 Minuten Lesezeit(531 Wörter)

Was zwei Schülerinnen der HAK Althofen im Rahmen ihrer Diplomarbeit möglich machten, ist mit einem „Sehr Gut“ wohl völlig untertrieben zu bewerten. Im Jahr 2024 machten die beiden ihre Diplomarbeit über Stammzellentypisierungen – und fanden dadurch einen Spender für eine schwerkranke Frau aus Italien.

Typisierungsaktion an der Schule

Begleitet wurden sie dabei von Julia Neugebauer vom Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“. An der Schule wurde eine Typisierungsaktion veranstaltet, eine weitere fand auch auf einem Weihnachtsmarkt statt. „Aus dieser Aktion ist ein Lebensretter hervorgegangen“, zeigt sich Neugebauer stolz. Der 19-jährige René Schiefer ist aktuell in der fünften Klasse und hat bei der damaligen Aktion einen Wangenabstrich gemacht – dann kam eine E-Mail.

„Ein Menschenleben in meinen Händen“

Im Gespräch mit 5 Minuten schildert er, was ihm damals durch den Kopf gegangen ist: „Als ich die Information bekommen habe, dass man sich typisieren lassen kann, hab ich mir gedacht ‚warum eigentlich nicht.'“ Er habe dann gar nicht weiter darüber nachgedacht, bis er eine E-Mail bekam, dass er als Spender für eine Italienerin (40) infrage kommen würde. „Zuerst war ich verwundert, weil die Chance eigentlich sehr gering ist, aber dann habe ich gleich beim Verein Geben für Leben angerufen. Ich habe mich sofort gut gefühlt und für mich war klar, dass ich das machen werde, weil ein Menschenleben mehr oder weniger in meinen Händen ist“, erzählt er weiter.

„Ich wollte, dass es der anderen Person wieder besser geht“

René war froh, das machen zu können, betont er und dann ging es auch schon nach Wien in Begleitung seiner Schwiegermama. Im Krankenhaus hat ihn dann auch noch seine Oma besucht. Die Frage, ob er nervös war, verneint er: „Ich hatte keine Angst davor, weil ich den Hintergedanken hatte, dass ich jemandem das Leben rette. Ich wollte, dass es der anderen Person wieder besser geht.“ Er würde das auch sofort wieder machen, sagt er, falls die Spende jetzt nicht reichen würde. „Das ist für mich ein kleines ‚Leid‘ für ein Menschenleben.“

Möchte auch andere ermutigen sich typisieren zu lassen

Er rät auch anderen, sich typisieren zu lassen, „weil es so wenige Leute gibt, die das machen können. Ich finde es extrem wichtig, dass Menschen sich wenigstens typisieren lassen, es ist ein simpler Wangenabstrich“, betont René gegenüber 5 Minuten. „Und wenn man dann halt ausgewählt ist, kann man auch ein paar Nächte darüber schlafen, ob man das auch wirklich machen möchte. Aber für die, die es machen können, wäre es aus meiner Sicht wichtig, dass sie es machen.“

„Es ist wie ein Lotto 6er“

Wie es ihm jetzt geht? „Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie glücklich mich das gemacht hat. Es ist wie ein Lotto 6er das machen zu können, es hat mich einfach gefreut zu wissen, dass es einem Menschen durch meine Spende besser gehen könnte“, sagt René abschließend. Immer wieder lassen sich Menschen typisieren, wodurch schwerkranke Menschen eine neue Chance auf Leben haben.

Typisierungsaktionen können Menschenleben retten:

Julia Neugebauer vom Verein „Geben für Leben“ betont, dass man sich schon ab 16 Jahren typisieren lassen kann. Auch Schulen, die an solchen Typisierungsaktionen Interesse haben, können sich gerne direkt beim Verein melden.

Jeder gesunde Mensch zwischen 16 und 45 Jahren kann sich typisieren lassen. Auch kann man sich ganz einfach ein Typisierungsset online nach Hause bestellen. Für die Registrierung als Stammzellenspender reicht ein einfacher Wangenabstrich.

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