Jahrelang unentdeckt: Immer mehr Menschen leiden unter dieser Krankheit
Immer mehr Menschen in Österreich sind von Diabetes betroffen. Deshalb starten das Land Kärnten und die Apothekerkammer auch heuer wieder eine zweiwöchige Vorsorgeaktion.
Mehr als eine Million Menschen leiden an einer Störung des Zuckerstoffwechsels. „Und weil Typ-2-Diabetes oft jahrelang unentdeckt bleibt, ist Vorsorge entscheidend. Deshalb starten wir auch heuer wieder unsere zweiwöchige Diabetes-Vorsorgeaktion und forcieren damit Gesundheitsvorsorge anstatt Spätfolgen zu bekämpfen“, erklärt Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) am Donnerstag.
Kostenloser Diabetes-Check in 60 Kärntner Apotheken
Von 6. bis 18. Oktober können die Kärntner in 60 Apotheken kostenlos ihren Langzeit-Blutzuckerwert bestimmen lassen – unkompliziert und ohne Voranmeldung. „Wichtig ist: Die Apothekerinnen und Apotheker stellen keine Diagnose – bei einem auffälligen Wert ist ein Aufsuchen des Hausarztes oder der Hausärztin zur genauen Abklärung unumgänglich“, unterstreicht Apothekerkammer-Präsident Hans Bachitsch. Der Test erfolgt durch einen Stich in den Finger. Mit einem Ergebnis kann man nach einem durchschnittlich zehnminütigen Aufenthalt in der Apotheke rechnen. Die Ergebnisse der Aktion werden bis zum Welt-Diabetes-Tag am 14. November präsentiert. 2024 ließen sich 5.200 Personen testen. Dabei wurden 1.923 Prädiabetes-Fälle und 488 Diabetes-Diagnosen festgestellt. „Bei 1.932 Menschen wurde die Erkrankung oder Vorstufe überhaupt erst entdeckt“, so Prettner. Die Aktion richtet sich speziell an Personen über 45 Jahren oder Jüngere, die unter Übergewicht, Adipositas oder Bluthochdruck leiden oder einen Schwangerschaftsdiabetes hatten. „Je älter man wird, desto wahrscheinlicher wird die Entwicklung von Diabetes Typ 2. Wir wollen die Menschen dabei unterstützen, gesund alt zu werden“, so Oberärztin Sandra Zlamal-Fortunat, Leiterin der Diabetes- und Stoffwechsel-Ambulanz im Klinikum Klagenfurt.
Diabetes bleibt nicht ohne Folgen
Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Nierenschäden bis hin zu Sehverlust oder Nervenschädigungen können die Auswirkungen gravierend sein. „Während Typ-1-Diabetes meist schon in jungen Jahren beginnt, entwickelt sich Typ-2-Diabetes langsam und verursacht oft über Jahre keine spürbaren Symptome. Aber: Er lässt sich mit Bewegung, gesunder Ernährung und rechtzeitigem Handeln hinauszögern oder sogar verhindern“, erklärt Prettner abschließend. Neben den Tests in Apotheken gibt es heuer übrigens begleitend Informationsveranstaltungen in rund 30 Kärntner Gemeinden, bei denen Ärzte praktische Tipps für den Alltag geben.