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/ ©Fotomontage: Canva
Foto in Beitrag von 5min.at zeigt einen Insolvenz-Stempel, ein Haus und einen Laptop.
Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Kärnten bleibt hoch.

Firmeninsolvenzen in Kärnten weiter im Steigen

In den ersten drei Quartalen 2025 wurden in Kärnten 303 Unternehmenspleiten gezählt – ein Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark betroffen sind Bau- und Immobilienbranche.

von Julia Strammer Das Foto auf www.5min.at zeigt die Onlineredakteurin Julia Strammer von 5 Minuten.
2 Minuten Lesezeit(344 Wörter)

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Kärnten bleibt hoch. Laut aktueller Auswertung des AKV Europa kam es in den ersten drei Quartalen 2025 zu einem Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr – von 261 auf 303 Fälle.

Bau- und Immobilienbranche stark betroffen

Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg im Bau- und Immobiliensektor: Hier hat sich die Zahl der Insolvenzen im Vergleichszeitraum verdreifacht, in der Baubranche gab es ein Plus von 38 Prozent. Der finanzielle Schaden dieser beiden Branchen beläuft sich auf rund 84,6 Millionen Euro. Auch österreichweit verzeichnet Kärnten mit einem Plus von 22 Prozent bei eröffneten Firmeninsolvenzen den stärksten Anstieg.

Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze ist gestiegen

Unter den größten Fällen sticht die Insolvenz der Hermes Schleifmittel Ges.m.b.H. in Bad St. Leonhard hervor, bei der 188 Arbeitsplätze betroffen sind. Damit handelt es sich um den zweithöchsten Wert in Österreich nach der Insolvenz von Palmers. Insgesamt stieg die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze in Kärnten um 31,5 Prozent auf 806.

Handel und Gastronomie im Fokus

Die meisten Pleiten wurden in Kärnten im Handel (53), in der Baubranche (43) und in der Gastronomie (35) gezählt. Während im Handel und Bau die Insolvenzen zulegten, entspannte sich die Situation in der Gastronomie: Hier ging die Zahl der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel zurück, auch der finanzielle Schaden sank deutlich von 46,7 Millionen auf 5,5 Millionen Euro.

Privatinsolvenzen steigen ebenfalls

Auch bei den Privatinsolvenzen meldet Kärnten einen österreichweit höchsten Anstieg: Die Zahl der eröffneten Verfahren erhöhte sich um knapp 5 Prozent auf 512 Fälle. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen (242 Fälle). Die höchste Durchschnittsverschuldung findet sich bei über 60-Jährigen mit 141.000 Euro, da sich in dieser
Altersgruppe viele ehemalige Selbständige vor ihrem Pensionsantritt entschulden.

Ausblick: weiteres Rekordjahr erwartet

Der AKV rechnet angesichts der schwachen Konjunktur, hoher Energiekosten und Kaufzurückhaltung mit einem weiteren Rekordjahr. Für 2025 werden in Kärnten insgesamt rund 400 Firmeninsolvenzen erwartet – das dritte Jahr in Folge mit einem Höchststand.

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