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/ ©Fotomontage Canva
Symbolfoto
Das Bild auf 5min.at zeigt eine slowenische Flagge und eine protestierende Frau mit Megafon.
Am 10. Oktober protestierte der Klub der slowenischen Studierenden in Klagenfurt für die Umsetzung von Minderheitenrechten.

Slowenische Studenten protestieren am 10. Oktober: „Falsches Signal“

Am 10. Oktober feierte Kärnten 105 Jahre Volksabstimmung – doch der Gedenktag sorgte auch für Protest: Der Klub slowenischer Studierender demonstrierte in Klagenfurt. Bürgermeister Scheider reagierte kritisch.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(505 Wörter)
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Am 10. Oktober 2025 jährte sich der Tag der Kärntner Volksabstimmung zum 105. Mal. Bei dieser Abstimmung sprachen sich 1920 59 Prozent der deutsch- und slowenischsprachigen Bevölkerung in der Abstimmungszone in Südkärnten für den Verbleib bei Österreich und gegen eine Zugehörigkeit zum SHS-Staat (Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen) aus. Die damals gesicherten Kärntner Grenzen bestehen bis heute und der 10. Oktober ist ein Feiertag, an dem viele Gedenkveranstaltungen stattfinden – auch mit slowenischer Beteiligung.

„7 Stunden für Minderheiten“

In Klagenfurt fand heuer am 10. Oktober jedoch eine Gegenveranstaltung statt: Unter dem Motto „7 Stunden für Minderheiten“ organisierte der Klub der slowenischen Studierenden eine Protestaktion. Ab 17 Uhr marschierte ein Demozug vom Walter-von-der-Vogelweide-Platz über die 10.-Oktober-Straße und den Dr.-Arthur-Lemisch-Platz bis zum Domplatz, wo mehrere Reden sowie Konzerte stattfanden. Protestiert wurde für Minderheitenrechte mit Fokus auf Kinder, wie die Veranstalter in den sozialen Medien vorab informierten: „Kinder verdienen es, in einer Umgebung aufzuwachsen, in der verschiedene Sprachen und Kulturen als Reichtum und nicht als Hindernis gelten. Gemeinsam können wir eine bessere Zukunft schaffen – mit mehrsprachigen Schulen und Kindergärten, mit mehr Verständnis und Respekt für alle.“

Feierst du den 10. Oktober?

Ja, ich bin jedes Jahr auf einer Veranstaltung.
Manchmal, wenn es passt.
Nein, das ist mir egal.

Fehlende Minderheitenrechte „untrennbar mit 10. Oktober verbunden“

Der 10. Oktober wurde dabei nicht zufällig als Protesttag ausgewählt. „Die Geschichte der slowenischen Volksgruppe in Kärnten/Koroska, ihre erlebte Diskriminierung und die fehlenden Minderheitenrechte sind untrennbar mit dem 10. Oktober verbunden“, so der Klub slowenischer Studierender. Sie weisen darauf hin, dass viele Kärntner Slowenen für den Verbleib bei Kärnten gestimmt hätten „im Vertrauen auf die politischen Versprechen, dass ihre ,sprachliche und nationale Eigenart‘ gewahrt werde“. Diese Versprechen seien jedoch nicht eingehalten worden, so der Klub, der stattdessen „Jahrzehnte der Assimilierung und Diskriminierung gegenüber der slowenischen Minderheit“ anprangert. Weiters wird kritisiert, dass der 10. Oktober bis heute „vielfach als Sieg des Deutschen über das Slawische gefeiert und glorifiziert“ werde. Aus diesen Gründen rief der Klub am 10. Oktober zum Protest auf.

Scheider: „Völlig falsches Signal“

Bürgermeister Christian Scheider sieht dies als völlig falsches Signal und erklärt: „Österreich, aber vor allem Kärnten, setzt sich seit Jahrzehnten stark für die Stärkung der Position der nationalen Minderheiten insbesondere der slowenischen Volksgruppe in Kärnten ein. Die Rechte der Volksgruppe wurden und werden stetig ausgebaut, um das gute Miteinander weiterhin zu festigen.“

Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Portait von Bürgermeister Christian Scheider von Klagenfurt
©KK
Christian Scheider reagiert kritisch auf den Protest der slowenischen Studenten am 10. Oktober.

„Von anderen etwas zu fordern, ist immer eine leichte Übung“

Den jüngsten Vorwurf des slowenischen Botschafters bezüglich mangelnder Energie bei der Umsetzung von Minderheitenrechten weist Scheider „aufs Schärfste“ zurück und wirft seinerseits Slowenien vor, Forderungen der deutschsprachigen Volksgruppe nach offizieller Anerkennung als Minderheit seit Jahrzehnten nicht nachzukommen. „Von anderen etwas zu fordern, ist immer eine leichte Übung. Selbst in seinem eigenen Bereich etwas umzusetzen, ist offensichtlich schwieriger“, so Scheider. Doch noch ein weiterer Umstand stört den Bürgermeister: “ Was mich jedoch sprachlos werden lässt, ist, dass Grüne Politiker mitmarschieren und für eine Abschaffung des Landesfeiertages demonstrieren. Das gibt es auch nur bei uns.“

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