St. Paul im Lavanttal startet mit umfassenden Hochwasserschutzmaßnahmen
Nach dem Hochwasser 2023: Gemeinde, Land und Bund sorgen gemeinsam für Schutz von Bevölkerung und Infrastruktur – nachhaltige Maßnahmen werden nun umgesetzt.
Die Marktgemeinde St. Paul im Lavanttal setzt nun verstärkt auf Hochwasserschutz und reagiert damit auf die wiederholten Ereignisse der vergangenen Jahre. Besonders das Hochwasser im August 2023 führte zu einem Zivilschutzalarm. Damals verhinderte das bestehende Rückhaltebecken am Granitzbach noch größere Schäden. Bereits 2017 hatte Starkregen am Langlbach zu Überflutungen im angrenzenden Siedlungsgebiet geführt. Zusätzlich sorgten Oberflächenwasserabflüsse von den landwirtschaftlichen Flächen des sogenannten Schießstattackers für zusätzliche Gefahren.
Politik betonte die Notwendigkeit der Umsetzung
„Kärnten Schritt für Schritt sicherer zu machen und unsere Gemeinden gegen Hochwasser zu wappnen, ist mir ein Herzensanliegen. Ich freue mich besonders, dass heute der Baustart erfolgt und unsere Infrastruktur künftig besser geschützt ist“, betonte LR Daniel Fellner (SPÖ). Auch Straßenbaureferent LHStv. Martin Gruber (ÖVP) unterstrich die Bedeutung des Projektes: „Mit den Hochwasserschutzmaßnahmen leisten wir einen wertvollen Beitrag, um die Sicherheit der Bevölkerung vor Ort zu gewährleisten. Zudem schützen wir so wichtige Infrastruktur und stärken die Region. Es freut mich, dass es uns gemeinsam gelungen ist, dieses Projekt auf den Weg zu bringen.“
25.000 Kubikmeter Volumen
Nach abgeschlossenen Planungs- und Genehmigungsverfahren beginnen nun die Bauarbeiten am Langlbach und im Bereich der Schießstatt. Für den 100-jährigen Hochwasserschutz entsteht am Langlbach ein Rückhaltebecken mit einem Volumen von rund 25.000 Kubikmetern. Das dafür benötigte Schüttmaterial wird von der Landesstraßenbauverwaltung bereitgestellt. Das Wasser wird künftig über einen Treibgutrechen und einen rund 1,1 Kilometer langen unterirdischen Ableitungskanal in die Lavant geführt. „Dieser Ausleitungskanal dient im Hochwasserfall nicht nur der Sicherheit, sondern auch als Entleerung des Rückhaltebeckens. Gleichzeitig bleibt der alte Bachlauf als ökologischer Lebensraum erhalten, das ist ein wichtiger Schritt für Mensch und Natur“, erklärte Fellner.
Schutz für hunderte Personen
Insgesamt sollen nach Fertigstellung 107 Gebäude und rund 485 Menschen besser vor Hochwasser geschützt sein. Die Gesamtkosten für das Projekt am Langlbach liegen bei etwa 3,3 Millionen Euro, getragen von Bund, Land und Gemeinde. Ergänzend entstehen am Schießstattacker zwei kleinere Rückhaltebecken, die das Oberflächenwasser aus den landwirtschaftlichen Flächen gedrosselt in das bestehende Kanalsystem einleiten. Die Fertigstellung ist ebenso für Ende 2026 geplant. Die Kosten liegen bei rund 550.000 Euro, davon stammen über 440.000 Euro aus dem Agrarreferat von Gruber.