
Die Sache mit dem Kopfschütteln
Man muss im Leben nicht alles verstehen. Aber es gibt einige herausragende Ereignisse und Fakten, die man tatsächlich nicht verstehen kann. 5 Minuten hat Beispiele, bei denen man mit dem Kopfschütteln gar nicht mehr fertig wird.
Da wäre einmal der Gehaltsabschluss für die rund 12.000 Bediensteten des Landes und der Kabeg. Drei Prozent erhalten sie 2026 mehr, das ist angesichts der Lohnabschlüsse in anderen Branchen ein ziemlich gutes Plus. Herzlichen Glückwunsch! Das Land, allen voran Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und sein Vize Martin Gruber (ÖVP) feiern das als Fortführung der 2024 getroffenen Vereinbarung und stellen für 2027 eine Nulllohnrunde „in Aussicht“. Sozusagen als Retourkutsche für die Gesprächsverweigerung der Gewerkschaft.
„Notbremse“ bei WKO-Gehaltserhöhung
Nun könnte man sagen, die Landesbediensteten und die Mitarbeiter der Kabeg, also der Spitäler, sind wohl diejenigen, die auch in miesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am wenigsten um ihre Jobs fürchten müssen. Trotzdem gibt es stolze drei Prozent mehr, also mehr als etwa die rund zwei Millionen Pensionisten (plus 2,7 Prozent) bekommen. Und letztlich auch mehr als die Mitarbeiter der zwangsfinanzierten Wirtschaftskammer, die ursprünglich 4,2 Prozent mehr erhalten hätten sollen. Jetzt gibt’s ein halbes Jahr nix und erst dann die 4,2 Prozent. Aber eh nur ein halbes Jahr. Das ist nur ein Beispiel eines Sachverhalts, den man nicht verstehen muss.
Bei der Wörthersee-Seilbahn scheiden sich die Geister
Dann gibt’s da noch die Seilbahn-Thematik. Unser Tourismus kriselt, es fehlt landesweit an Attraktionen und Anreizen. Doch die nun wiederbelebte Idee einer Seilbahn über den Wörthersee – von Pörtschach auf den Pyramidenkogel – wird heftig bekämpft. Dabei wäre das eine echte Attraktion, siehe etwa die Seilbahnen in Barcelona oder in Rio. Und ganz ehrlich: Gibt es eine touristischere Kernzone in Kärnten als es der Wörthersee ist? Wenn nicht da, wo dann? Seilbahnen auf die Berge sind jederzeit und fast allerorts willkommen, aber am Wörthersee… Um Gottes willen, da könnte irgendein kurzsichtiger Vogel in eine Gondel krachen. Was ja im Sinne des Tierschutzes nicht passieren sollte und vermutlich nicht gar so oft passieren würde. Aber diese Verhinderungsmentalität muss man eben auch nicht verstehen. Das war das zweite Beispiel und das dritte folgt sogleich.
Leinenpflicht ist nichts für Anfänger
Es handelt sich um die vieldiskutierte Leinenpflicht für Hunde. Da wurde jetzt ein Kompromiss ausgearbeitet, für dessen Verständnis man schon einige Semester an einer Uni studiert haben sollte. Der Hund darf frei geführt werden, wenn mittels Sachkundenachweis attestiert werden kann, dass Bello auf Zuruf gehorcht. Zwischenfrage: Haben Sie schon einmal einen Rauhaardackel erlebt, der auch nur irgendwie gehorcht – egal, wie gut er ausgebildet wurde? Dabei wäre es eigentlich einfach: Mit Beißkorb keine Leinenpflicht, ohne Beißkorb Leinenpflicht. Aber da haben wir vermutlich wieder tausend kleine Details übersehen oder eben nicht verstanden.
So wird die Westbahn zur Ostbahn
Beispiel Nummer vier fährt wie auf Schienen. Die Westbahn organisiert sich also neue Zugsgarnituren aus China. Die sind sicher schön, fahren gut und sind wohl ziemlich billig. Blöd ist nur, dass man mit solchen Aktionen die europäische Industrie weiter schwächt. Ob es dann auf Dauer günstiger kommt, etwaige Arbeitslose und kaputte Unternehmen in Europa zu finanzieren und abzufangen, darf bezweifelt werden. Züge aus China? So wird die Westbahn zur Ostbahn. Wie habe ich eingangs formuliert: Man muss nicht alles verstehen. Manchmal scheitert man aber schon beim Versuch kläglich.