
ÖGB Kärnten fordert Rücktritt des Spittaler Bürgermeisters
Der ÖGB Kärnten fordert den Rücktritt von Gerhard Köfer (Team Kärnten) als Bürgermeister von Spittal an der Drau.
Köfer, der auch als Landesvorsitzender seiner Partei fungiert, soll am Dienstag in die Wahlen der Gewerkschaft younion in der Stadtgemeinde eingegriffen haben. Die younion wolle nun alle notwendigen Schritte einleiten, um den Vorfall aufzuarbeiten und rechtlich prüfen zu lassen, wie der ÖGB am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte.
ÖGB Kärnten fordert Rücktritt von Köfer
Laut Hannes Mattersdorfer, dem Landesvorsitzenden der younion, hätten mehrere Beschäftigte der Gemeinde berichtet, vor der Wahl von Köfer dazu angehalten worden zu sein, aus der Gewerkschaft auszutreten. Zudem hätte sich der Bürgermeister Wählerlisten kopieren lassen und einer Mitarbeiterin mit dienstrechtlichen Konsequenzen gedroht. „Politiker, die so agieren, haben in öffentlichen Ämtern nichts mehr verloren. Wer Macht missbraucht, um Beschäftigte unter Druck zu setzen und demokratische Prozesse zu sabotieren, ist als Amtsträger untragbar“, bekräftigt ÖGB-Landesvorsitzender René Willegger seine Rücktrittsforderung. Vonseiten der Stadtgemeinde sind noch keine Stellungnahmen eingelangt.

Köfer weist Vorwürfe zurück
Köfer weist alle Vorwürfe von sich und spricht von einer Täter-Opfer-Umkehr. So seien alle neuen Mitarbeiter der letzten Jahre vom ÖGB unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu einem Beitritt überredet worden, erklärte er auf APA-Nachfrage. Ihnen sei mitgeteilt worden, dass sie die Kosten für ihre Dienstprüfungen selber bezahlen müssten, bei einem Beitritt zum ÖGB würde dies die Gewerkschaft bezahlen, was laut Köfer nicht der Wahrheit entspräche. „Derartige Vorgangsweisen werden in der Stadtgemeinde Spittal nicht geduldet“, so Köfer. Er habe niemanden an seinem Wahlrecht behindert. (APA/RED 12.11.2025)

Köfer: „Unwahrheiten von Seiten des ÖGB“
Weiters heißt es von Köfer in einer Aussendung: „Wenn der ÖGB glaubt, mich mit seinem Monsterapparat unter Druck setzen zu können, muss ich ihn enttäuschen. Sollten weitere derartige Unwahrheiten von Seiten des ÖGB verbreitet werden, behalte ich
mir eine Klage vor. Es ist geradezu beschämend, welche Falschinformationen die Gewerkschaft bewusst in Umlauf bringt.“ Laut ihm habe es zu keiner Zeit eine Einmischung seinerseits, schon gar nicht von einem seiner Mitarbeiter, in diese Wahl gegeben. „Die freie, geheime und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts war und ist in Spittal zu jedem Zeitpunkt vollumfänglich sichergestellt. Die Liste der Wahlberechtigten wurde mir von der zuständigen Gewerkschaftsfunktionärin nach der Wahl freiwillig übergeben“, so Köfer und betont: „Desweiteren ist besagte ÖGB-Funktionärin nicht zwangsversetzt, im Gegenteil: Sie wurde aufgrund eines personellen Engpasses vom Meldeamt vorübergehend der Stadtamtsdirektion zugeteilt. Sie hat sogar vor wenigen Wochen noch selbst den Wunsch geäußert, auf diese Stelle versetzt zu werden.”