380-kV-Leitung: Auch Baldramsdorf sagt Nein zur geplanten Trassenführung
Auch in Baldramsdorf regt sich der Widerstand gegen die Führung der geplanten 380-kV-Stromleitung. Der Gemeinderat hat nun eine Stellungnahme an die APG übergeben und fordert eine alternative Trassenführung.
Nach Treffen und Velden stellt sich nun auch die Gemeinde Baldramsdorf (Bezirk Spittal an der Drau) gegen die von der Austrian Power Grid (APG) geplante Trassenführung der 380-kV-Höchstspannungsleitung. In einer offiziellen Stellungnahme an die APG fordert die Gemeinde eine Verlagerung der Trasse über den südlichen Bergkamm. Mit dieser Variante soll eine Leitungsführung durch die dicht bebaute Talsohle vermieden sowie Natura-2000-Räume und landwirtschaftlich genutzte Flächen geschützt werden.
Stellungnahme persönlich übergeben
In enger Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative, die sich gegen die geplante Trassenführung einsetzt, hat der Gemeinderat ein klares Signal gesetzt: In der Sitzung am 12. November wurde eine von der Initiative eingebrachte Petition einstimmig unterstützt. Die offizielle Stellungnahme wurde bei der Eröffnung des APG-Info-Centers am 19. November an die APG übergeben und auch bereits an die zuständigen Landes- und Bundesinstitutionen übermittelt. „Wir haben unsere Stellungnahme bewusst persönlich an die APG übergeben, um die Anliegen der Bevölkerung unmissverständlich und klar zu positionieren“, erklärt der Baldramsdorfer Bürgermeister Friedrich Paulitsch in einer Presseaussendung.
Das sind die zentralen Punkte der Gemeindestellungnahme:
- Der aktuelle Grobkorridor der APG verlaufe zu nahe an den Siedlungsgebieten
Unterhaus, Schwaig und Schüttbach. - Bestehende Wohnräume dürfen nicht beeinträchtigt werden
- Die Gemeinde fordert eine Alternative über den südlichen Bergkamm (z.B.
Lampersberg/Siflitzgraben). - Ein Mindestabstand von 380 m zu bewohnten Gebieten wird eingefordert.
- Die touristischen Entwicklungsgebiete – insbesondere im Bereich Goldeck – dürfen
nicht beeinträchtigt werden. - Der Mensch muss laut der Gemeinde Priorität haben, gefolgt vom Schutz der Natur – „wirtschaftliche Interessen können erst danach berücksichtigt werden“.
Bürgerinformation und Gespräche mit APG geplant
Mit der APG wurden laut Angaben der Gemeinde bereits weitere Gespräche vereinbart. Auch die Bürgermeister der Nachbargemeinden Möllbrücke und Reißeck sollen eingebunden werden. Für die Bevölkerung Baldramsdorfs ist eine Bürgerinformation im Jänner 2026 geplant.
Gemeinde und Bürgerinitiative arbeiten eng zusammen
Die Gemeinde Baldramsdorf betont die enge Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative und bezeichnet ihre Arbeit als wichtigen Beitrag zur Interessenvertretung der Bürger. Und auch seitens der Initiative ist man froh über die Unterstützung der Gemeinde. Sprecher Hans-Jörg Sattlegger erklärt: „Die Bürgerinitiative wertet den einstimmigen Beschluss als wichtigen Rückenwind. Ziel bleibt eine Trassenführung, die sowohl für das Energiesystem als auch für die Menschen in Baldramsdorf verträglich ist.“ Gemeinde und Bürgerinitiative formulieren klar, dass eine leistungsfähige Strominfrastruktur notwendig sei – der Leitungsverlauf müsse jedoch siedlungsfern gewählt werden. Bürgermeister Paulitsch betont: „Wir stehen zu einer sicheren Energieversorgung – aber ebenso zur Verantwortung, unsere Bevölkerung und unsere Siedlungsgebiete zu schützen.“