Mega-Baustelle: Kritik am Land Kärnten
Es ist eine Mega-Baustelle, die jetzt drei Jahre lang die Autofahrer nerven wird: der Neubau der Unterflurtrasse Villach-St. Andrä. Nun antwortet Infrastrukturminister Hanke (SPÖ) auf eine Anfrage von FPÖ-Nationalrat Mölzer.
Und diese Antwort hat es in sich. Das parlamentarische Schreiben vom 21. November mit der Geschäftszahl 2025-0.763.520 ist an Wendelin Mölzer gerichtet und kommt gleich zur Sache. Die Megabaustelle sei die erste ihrer Art in Österreich, denn „aufgrund der Errichtung des Autobahnen- und Schnellstraßennetzes überwiegend im Zeitraum der 1960er bis 1990er Jahre war ein Neubau einer bestehenden Unterflurtrasse bis dato nicht erforderlich.“ Na super, da dürfen wir in Kärnten jetzt eine Premiere feiern.
Nach nur 40 Jahren Schrott – aber warum?
Doch warum ist die ohnehin nur 470 Meter lange Unterflurtrasse nach prinzipiell lächerlichen 40 Jahren schon Schrott und muss abgerissen und neu gebaut werden, wollte Mölzer vom Minister wissen. Dessen Antwort ist vielsagend: „Dieses Projekt wurde vor ca. 40 Jahren vom Land Kärnten gebaut. Die Ausführung der Decke wurde mit Fertigteilen getätigt, welche nach damaligem Stand der Technik nur eine geringe Betondeckung hatten. Es wurde zum Schutz gegen Chloride (Salzstreuung) auch keine Tunnelbeschichtung aufgebracht.“ Man hat den Eindruck, bei dieser Formulierung wird das kleine Wörtchen „Pfusch“ gerade noch vermieden. Nun werde man Betonqualität, Betondeckung und Tunnelbeschichtung erhöhen, verspricht der Minister.
Darum ist ein Neubau nötig
Doch war ein Neubau überhaupt nötig, so Mölzer in seiner Anfrage. Die Antwort Hankes: „Auf Grund der massiven Schädigung der Außenwände hat sich ein Neubau als wirtschaftlicher erwiesen. Die Gesamtprojektkosten betragen aus heutiger Sicht rund 30 Millionen und werden zu 100 Prozent von der Asfinag getragen.“
Fertigstellung bis Mai 2028 geplant
Bis Mitte Mai 2028 soll diese Baustelle dann fertiggestellt sein. Es wird versprochen: „Im Zeitraum von Mitte Mai bis Mitte September in den Jahren 2026 und 2027 finden keine verkehrsbehindernden Arbeiten statt, sodass der Verkehr ungehindert fließen kann.“ Was für Wendelin Mölzer nur ein kleiner Trost ist, denn „die Anrainer werden am meisten durch Lärm belastet.“ Diesbezüglich verspricht Minister Hanke in seiner parlamentarischen Anfragebeantwortung: „Auf Grund der Lage in einem dicht besiedelten Gebiet, können keine Nachtarbeiten durchgeführt werden, Wochenendarbeiten sollen nur im Ausnahmefall stattfinden.“ Ein kleiner Trost. Aber immerhin ein Trost.