Insolvenz-Antrag gegen Klagenfurt? Steuerberater droht der Stadt
Ein Steuerberater hat für die Stadt Klagenfurt das Budget untersucht. Er sollte herausfinden, wo die Stadt Geld sparen kann. Für seine Arbeit schickte er eine Rechnung über 72.000 Euro an das Rathaus.
Doch es gibt Streit um das Geld: Die Chefin der Stadtverwaltung (Magistratsdirektorin), Isabella Jandl, weigert sich bisher, die Rechnung zu bezahlen, heißt es seitens des ORF. Sie verweist auf eine laufende Prüfung durch den Rechnungshof. Jandl will das Geld nur überweisen, wenn der Bürgermeister ihr den direkten Befehl (eine Weisung) dazu gibt.
Steuerberater droht damit, Stadt zu verklagen
Bürgermeister Christian Scheider lehnt so eine Weisung aber ab. Er sagt: Die Arbeit wurde gemacht, also muss sie auch bezahlt werden. Der Steuerberater droht nun damit, die Stadt zu verklagen oder sogar einen Insolvenzantrag gegen Klagenfurt zu stellen. Am Montagnachmittag versucht der Bürgermeister in einem Gespräch mit Kraßnig, eine Lösung zu finden und den Rechtsstreit zu verhindern.
Vizebürgermeister Rabitsch fordert „volle Aufklärung“
In der Diskussion um das 72.000‑Euro‑Honorar und die Klagsandrohung von Wirtschaftsprüfer Ulrich Kraßnig gegen die Stadt Klagenfurt bleiben aus Sicht der SPÖ Klagenfurt zentrale Fragen unbeantwortet. „Kraßnig und Scheider haben mehrfach öffentlich behauptet, die 72.000 Euro seien dadurch gerechtfertigt, dass Kraßnig die Haftungen für die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte übernehmen würde. Nach Rechtsansicht der SPÖ Klagenfurt ist eine solche Haftungsübernahme jedoch weder möglich noch irgendwo schriftlich festgehalten“, heißt es dazu in einer Presseaussendung der Roten. Zudem berufen sie sich auf Medienberichte, aus denen hervorgeht, dass Kraßnig seine Arbeit mittlerweile ausschließlich als „Bericht“ bezeichnet, anstatt als Gutachten oder Testat – und von einer umfangreichen schriftlichen Berichterstattung mit Analysen zur Haushaltslage, Konsolidierungsstrategie und Investitionsplanung spricht.
„Wofür genau soll die Stadt die geforderten 72.000 Euro bezahlen?“
„Aufgrund dieser widersprüchlichen Aussagen ist nach Meinung der SPÖ eine Plausibilisierung des 72.000‑Euro‑Berichts unumgänglich. Die zentrale Frage lautet: Wofür genau soll die Stadt die geforderten 72.000 Euro bezahlen?“, betont SPÖ‑Klubobmann und Vizebürgermeister Ronald Rabitsch. Außerdem fordert Rabitsch die Offenlegung der beiden weiteren Kraßnig-Berichte für die Stadt. Um volle Transparenz sicherzustellen, hat die SPÖ für den 15.01.2026 die Einberufung des Hauptausschusses beantragt. Dort sollen alle relevanten Unterlagen „auf den Tisch“ kommen. „Im Sinne der Transparenz gegenüber Gemeinderat und Bevölkerung muss lückenlos aufgeklärt werden, wofür genau bezahlt wurde bzw. werden soll“, so Rabitsch.