Wintersport: So kannst du Verletzungen vorbeugen
Der Winter bietet viele Möglichkeiten für Sportler, doch Verletzungen lassen nicht lange auf sich warten. Experten geben ein paar Tipps, wie du Verletzungen am besten vorbeugen kannst.
Erster Oberarzt Matthias Leitner und Oberarzt Peter Ambrozy, Orthopäden und Traumatologen am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt kennen die häufigsten Wintersportverletzungen und erklären, wie man sie behandelt und vorbeugt.
Knie, Schulter und Hüfte
Besonders beim Skifahren gehören Verletzungen der unteren Extremität zu den häufigsten, heißt es von Ambrozy. Dabei sei das Knie am meisten gefährdet, „weil der Ski den Fuß fixiert und Drehkräfte bei Stürzen direkt auf das Gelenk übertragen werden. Die Schulter ist häufig betroffen, typischerweise bei Stürzen auf den ausgestreckten Arm. Die Hüfte zeigt vor allem bei älteren Skifahrern Verletzungen, etwa Schenkelhalsfrakturen, begünstigt durch Osteoporose und direkte Sturzbelastung“, so der Oberarzt weiter.
Typische Verletzungen bei Wintersportlern
„Die häufigste schwere Knieverletzung ist der Riss des vorderen Kreuzbandes, ausgelöst durch Verdrehtraumen oder Verkanten des Skis. „Ebenfalls oft betroffen sind die Menisken, die bei solchen Stürzen einreißen können. Unbehandelt führen diese Verletzungen zu Instabilität, Belastungsschmerzen und langfristig sogar zu frühzeitiger Arthrose“, teilt der Experte mit. Häufig treten Kreuzband- und Meniskusschäden gemeinsam auf. Besonders häufig seien auch Schulterluxationen, wenn man auf den Arm stürzt. „Bei jüngeren Patient:innen überwiegen Kapsel-Band-Verletzungen, während bei älteren Patient:innen häufiger Sehnenrisse auftreten.“
Wann ist eine Operation notwendig?
Zunächst beginnt die Diagnostik mit einer gründlichen klinischen Untersuchung, die bei Verdacht auf einen Knochenbruch durch eine Röntgenaufnahme ergänzt wird. „Um Bänder, Menisken oder Sehnen exakt beurteilen zu können, ist die Magnetresonanztomografie das. Verfahren der Wahl, zumal sie Weichteile besonders gut darstellt“, betont Ambrozy. Matthias Leitner ergänzt: „Ob eine Operation notwendig ist, hängt vom Ausmaß der Verletzung ab. Instabile Kreuzbandrisse, komplette Sehnenrupturen, wiederholte Schulterluxationen und komplexe Frakturen erfordern in der Regel einen operativen Eingriff, während kleinere Bandverletzungen, Prellungen, stabile Brüche oder Muskelverletzungen konservativ behandelt werden können. Faktoren wie das Alter, Schwellung, Begleitverletzungen und Aktivitätsniveau der Patient:innen beeinflussen die Therapieentscheidung maßgeblich.“
Was Wintersportler tun können, um Verletzungen zu vermeiden
„Zur Vorbeugung von Verletzungen empfiehlt sich vor allem ein gezieltes Kraft- und Stabilisationstraining für Beine, Rumpf und Schultern“, betont Ambrozy. Zudem hilft es, sich vor dem Wintersport aufzuwärmen, die Skiausrüstung korrekt einzustellen, das Fahrverhalten an Können und Pistenbedingungen anzupassen und bei einem Sturz die Arme eng am Körper zu halten, teilt er weiters mit. Auch regelmäßige Pausen tragen dazu bei, Ermüdungsverletzungen zu vermeiden.
Tipps für Wintersportler
- Gezieltes Kraft- und Stabilisationstraining für Beine, Rumpf und Schultern
- Aufwärmen
- Skiausrüstung korrekt einstellen
- Fahrverhalten an Können und Pistenbedingungen anpassen
- Bei einem Sturz, die Arme eng am Körper halten
- Regelmäßige Pausen