Rund 35.000 Personen aus Kärnten leben mit einer Krebserkrankung
Rund 35.000 Kärntner leben mit Krebs – jede Diagnose ist einzigartig, jede Geschichte individuell. Zum Weltkrebstag 2026 betont die Österreichische Krebshilfe Kärnten: Individuelle Begleitung und Prävention retten Leben.
Der Weltkrebstag 2026 steht unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig“, ein Grundgedanke, der die Arbeit der Österreichischen Krebshilfe Kärnten prägt. Jede Krebserkrankung verläuft anders, jede betroffene Person bringt ihre eigene Geschichte, Sorgen und Stärken mit. Eine Krebsdiagnose verändert das Leben individuell. Die Krebshilfe Kärnten setzt deshalb auf individuelle, bedarfsorientierte Beratung und Begleitung.
Dutzende Herausforderungen
Rund 35.000 Menschen in Kärnten leben bereits mit Krebs, das entspricht 8,6 Prozent der Bevölkerung. Jährlich erkranken etwa 3.800 Personen neu, Tendenz steigend. Die häufigsten Krebsarten sind Brustkrebs (31,6 Prozent) und Prostatakrebs (30,3 Prozent). Neben medizinischen Herausforderungen sind viele Patientinnen und Patienten auch mit psychischen und finanziellen Belastungen konfrontiert. Therapie, Nebenwirkungen sowie Fragen zu Arbeit, Familie und Zukunft stellen Betroffene vor große Herausforderungen. Früherkennung spielt eine zentrale Rolle: Vorsorgeuntersuchungen, Screening-Programme und ärztliche Kontrollen erhöhen die Heilungschancen, werden aber oft nicht ausreichend genutzt – etwa aus Unsicherheit, Zeitmangel oder fehlender Information.
Ernährung macht einen Teil aus
Besorgniserregend ist auch der Anstieg bei jungen Erwachsenen. Häufig betroffen sind Darm-, Brust-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs. Laut WHO könnten 30–50 Prozent aller Krebserkrankungen durch Lebensstil, Impfungen oder Umweltfaktoren verhindert werden. „Zu den Hauptrisiken zählen eine Ernährung mit vielen ultra-verarbeiteten Lebensmitteln, der frühe Einsatz von Antibiotika, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol und möglicherweise endokrine Disruptoren und andere Chemikalien“, so Eva Schernhammer, Leiterin der Abteilung Epidemiologie, MedUni Wien. Auch in Österreich zeigt sich der Trend: Zwischen 1996 und 2020 traten bei jungen Erwachsenen über 56.000 Krankheitsfälle auf. Brustkrebs (47,3 Prozent), Darmkrebs (12,8 Prozent) und Lungenkrebs (11,3 Prozent) führten die Statistik an. Schernhammer betont: „Für einige Krebsarten, insbesondere für Darmkrebs, wurden aufgrund der steigenden Zahlen bereits Leitlinien geändert und frühere Vorsorgeuntersuchungen vorgeschlagen und auch umgesetzt. Es besteht dringender Forschungsbedarf hinsichtlich der Expositionen in jungen Jahren und der Wechselwirkungen verschiedener Faktoren im Laufe des Lebens.“
Individuelle Beratung
Ein wichtiger Beitrag zur Prävention sei laut Aussendung die HPV-Nachholimpfung. „Eine gemeinsame Betrachtung der Gesamtsituation von Betroffenen und Angehörigen ist uns besonders wichtig. Wir unterstützen dabei mit einem individuell zusammengestellten Beratungspaket: Dieses umfasst die psychoonkologische Begleitung, Psychotherapie (Einzelgespräche bei uns vor Ort oder mobil), medizinische Aufklärungsgespräche, Ernährungsberatung, Sozialberatung sowie finanzielle Hilfe in akuten Notlagen. Zusätzlich wird ein Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen sowie weitere Unterstützungsangebote wie begleitete Gesprächsgruppen, Yoga oder Alpakawanderungen angeboten. Das gesamte Beratungs- und Unterstützungsangebot der Österreichischen Krebshilfe Kärnten ist kostenlos,“ betont Claudia Muri, Geschäftsführerin Stv. der Krebshilfe Kärnten abschließend,