Wirtschaftskammer-Sparpaket umfasst auch Stellenabbau
Weniger Anfragen, stagnierende Einnahmen und schwächere Nachfrage beim Wifi zwingen die Kärntner Wirtschaftskammer zu Sparmaßnahmen. Schon 14 Jobs wurden abgebaut, weitere Stellen fallen bis 2027 weg.
Die Kärntner Wirtschaftskammer hat ein millionenschweres Sparpaket geschnürt. Bei der Tochter WIFI wurden im vergangenen Jahr 14 Stellen abgebaut, im Zentralbereich sollen heuer und 2027 über natürliche Abgänge fünf bis zehn weitere Stellen wegfallen.
Jahresbilanz
Im abgelaufenen Jahr habe man 215.261 Leistungsstunden erbracht, eröffnete Präsident Jürgen Mandl das Gespräch. „Wenn man das mit einem Wert hinterlegt, sind das knapp 40,3 Millionen Euro.“ Angesichts von Einnahmen von 37 Millionen Euro „ein deutlicher Mehrwert für unsere Unternehmen“, erklärte er. Ausführlich referierten die Verantwortlichen über die Leistungen der Kammer, von der Rechtsberatung über Lehrlingsausbildung bis zur Unterstützung für den Export und Lobbying bei der Politik.
Positive Bewertungen, aber weniger Anfragen
WK-Direktor Meinrad Höfferer betonte die guten Bewertungen, die die Kärntner Kammer erhalte. Bei 22 Prozent Rücklaufquote erhalte man durchschnittlich über die vergangenen drei Jahre die Schulnote 1,08. Bei den Serviceanfragen gab es ein Minus von 2,9 Prozent, die Nachfrage sei mit mehr als 51.000 dokumentierten Anfragen aber weiter sehr hoch, erklärte Jutta Steinkellner, die Leiterin des Servicezentrums. Am häufigsten gehe es um Arbeits- und Wirtschaftsrecht, stark gestiegen seien zuletzt die Anfragen zu Urheberrechtsverletzungen, auch dank KI und Bildersuche.
Ausgeglichenes Budget
Laut Höfferer budgetiert die WK Kärnten heuer mit 36 Millionen Euro und einem ausgeglichenen Budget. Einsparungen in Höhe von einer Millionen Euro – man erhofft sich Synergieeffekte, etwa durch Zusammenarbeit von Sparten, gespart wird aber auch beim Marketing – sind eingearbeitet. Ohne Wifi hatte die Kärntner Wirtschaftskammer zum Jahresletzten einen Personalstand von 173 Vollzeitäquivalenten. Für Investitionen, etwa eine halbe Million Euro für ein neues Elektrolabor, nutzt man laut Höfferer Rücklagen. Die Kärntner Kammer verfüge über 28 Millionen Euro freie Rücklagen. 2025 wurden 1,4 Millionen Euro eingespart, beim Wifi noch einmal eine Million – nicht nur durch den Personalabbau, sondern etwa auch, weil das Kursbuch nicht mehr gedruckt wird.
Bezirksstellen zusammengelegt
Die Bezirksstellen Villach und Villach-Land bzw. Klagenfurt und Klagenfurt-Land wurden vergangenes Jahr zusammengelegt. Weitere Zusammenlegungen von Bezirksstellen schloss Mandl aus, ebenso Erhöhungen bei den Funktionären, die zuletzt für viel Wirbel gesorgt hatten. Angesprochen auf die Sparpläne der neuen WKÖ-Präsidentin Martha Schultz war Mandl um Distanzierung zur WKÖ bemüht. [APA / Red. 4.2.2026]