Babyleiche im Park: Droht der Fall ein Cold Case zu werden?
Der Fall ist erschütternd: Eine männliche Babyleiche wurde letztes Jahr in einem Klagenfurter Park gefunden. Die Ermittlungen liefen seither auf Hochtouren. Nun liegt ein neues Gutachten vor.
Es war der 5. Juli letztes Jahr, als ein Mann im Klagenfurter Europapark einen erschreckenden Fund machte. Zunächst war nicht bekannt, worum es sich handelte, doch dann die tragische Nachricht: Ein totes männliches Baby wurde in einer Tasche aufgefunden. Seitdem liefen die Ermittlungen auf Hochtouren.
Was bisher geschah
Zum damaligen Zeitpunkt ging man im Zuge der Erhebungen davon aus, dass der Bub bereits mehrere Wochen davor verstorben war. Von den Eltern des Jungen fehlte jede Spur. Auch DNA-Ergebnisse brachten bislang keinen Durchbruch. Gerichtsmediziner in Graz stellten am Handtuch, in das das Kind eingewickelt war, ein weibliches Merkmalmuster feststellen. Es hieß, dass es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit um die leibliche Mutter des Buben“ handle. Mit der nationalen DNA-Datenbank wurde ein Abgleich durchgeführt, doch dieser zeigte keinen Treffer. Das bedeutet, dass die mutmaßliche Mutter bisher nicht erkennungsdienstlich erfasst ist.
Phantombilder veröffentlicht
Im Verlauf der Ermittlungen meldete sich auch eine Zeugin. Die Polizei sucht nach einem jungen Pärchen, das sich in diesem Bereich, wo die besagte Tasche mit der Leiche gefunden wurde, aufgehalten haben soll. Auch wurden Phantombilder angefertigt und veröffentlicht. Ermittelt wird in diesem Fall nicht wegen Mordes, sondern nach § 79 StGB (Tötung eines Kindes bei der Geburt). Die Untersuchungen richten sich nicht nur gegen die Mutter, sondern auch gegen Unbekannt. Die Veröffentlichung der Phantombilder lösten eine Hinweis-Welle aus. Die Ermittlungen liefen weiter.
Spezialwissenschafter wurde hinzugezogen
Noch immer gibt es viele offene Fragen. Um den Fall weiter aufzuklären, wurde ein Spezialwissenschaftler hinzugezogen. Ein forensischer Entomologe (Insektenforscher) sollte anhand der bei der Leiche gefundenen Insekten unter anderem feststellen, wann das Baby am Fundort abgelegt wurde und auch wie lange es dort gelegen haben sei. Gegenüber der „Kleinen Zeitung“ bestätigt Staatsanwalt Markus Kitz, dass das Gutachten nun vorliege „und es bestätigt im Wesentlichen die Angaben von Zeugen.“ Beim Iriskogel wurde am 29. Juni 2025 in den frühen Morgenstunden (zwischen 6.30 und neun Uhr), ein junges Paar gesehen, welches die besagte Tasche mit Kind dort abgelegt haben soll. Man weiß allerdings nach wie vor nicht, ob das Baby zu jenem Zeitpunkt noch am Leben oder schon tot war. Weiter unklar ist auch, ob der Bub im Zuge der Geburt verstarb oder umgebracht wurde. Dazu gäbe es keine Bestätigungen, heißt es in der Kleinen Zeitung weiter.
Könnte Fall der Babyleiche zum Cold Case werden?
Sollte man die mutmaßlichen Eltern nicht finden können, so bestehe die Möglichkeit, dass der tragische Fund zu einem ungeklärten Kriminalfall werden könnte, heißt es weiter. Der Fall wird am kommenden Mittwoch, 18. Feber 2026 (20.15 Uhr), auch in der Sendung „Fahndung Österreich“ auf ServusTV behandelt. Diese soll auch dazu beitragen, dass Zuschauer auf den Fall aufmerksam werden und sich möglicherweise mit sachdienlichen Hinweisen melden können.
Sachdienliche Hinweise erbeten
Sachdienliche Hinweise werden beim Landeskriminalamt Kärnten unter der Nummer 059 133 203333 oder in jeder Polizeiinspektion entgegengenommen.