Kärntner holt Super-G-Gold: „Mut und ein bisschen Wahnsinn gehören dazu“
Knapp drei Jahre nach einem schweren Unfall krönt sich Kurt Oberlerchner zum österreichischen Paraskimeister im Super-G. Der 27-Jährige aus Seeboden holte in Hinterstoder Gold.
2022 veränderte ein schwerer Unfall Kurt Oberlerchners Leben. Seitdem sitzt der Seebodener im Rollstuhl. Doch er ließ sich nicht unterkriegen und trainierte hart. Seine Bemühungen waren von Erfolg gekrönt: Rund drei Jahre nach seinem Unfall fährt der 27-Jährige bei den österreichischen Paraskimeisterschaften allen davon – und holt Gold im Super-G. Bei den Titelkämpfen in Hinterstoder setzte sich der Trefflinger in einem starken Starterfeld mit rund 40 Athleten durch.
Nach einer Woche die schwarze Piste
Zum Skisport kam Oberlerchner nach seinem Unfall während einer Reha in Tobelbad. Dort probierte er erstmals einen Monoski aus – ein Ski, auf dem man im Sitzen fährt. Schnell entwickelte er eine Leidenschaft: „Nach einigen Stürzen und intensiven Trainingstagen meisterte er bereits nach einer Woche die schwarze Piste“, heißt es seitens der Gemeinde Seeboden am Millstätter See. Seit Anfang 2024 trainiert Oberlerchner regelmäßig auf seinem Hausberg, dem Goldeck.
Paralympics als großes Ziel
Im Herbst 2025 folgte der nächste Schritt: die Aufnahme in die Nachwuchsförderung des Österreichischen Skiverbands (ÖSV). Seither sammelt er internationale Punkte und arbeitet mit Trainer Manfred Auer und einem spezialisierten Betreuerteam an seiner sportlichen Weiterentwicklung. Der Sieg im Super-G ist sein bislang größter Erfolg. Sein Ziel ist klar: die Teilnahme an den Paralympics 2030. Dass dafür nicht nur viel harte Arbeit vonnöten ist, ist dem 27-Jährigen bewusst: „Mut und ein bisschen Wahnsinn gehören dazu“, erklärt Oberlerchner selbst.
„Seeboden ist stolz“
In der Marktgemeinde Seeboden am Millstätter See ist die Freude über den neuen Staatsmeister groß. Bürgermeister Thomas Schäfauer und Sportreferent Horst Zwischenberger gratulierten persönlich und zeigten sich beeindruckt von seinem Einsatz und der Zielstrebigkeit. „Seeboden ist stolz auf seinen neuen österreichischen Meister und wird ihn weiterhin bestmöglich unterstützen“, betonte Schäfauer.