Nach Schicksalsschlag: 24.000 Euro an Spenden für Kärntner Bauernhof
Drei Todesfälle innerhalb weniger Monate, hohe laufende Kosten und rechtliche Belastungen: Eine Familie aus Kärnten kämpft um ihren geliebten Bauernhof. Über GoFundMe wurden bereits rund 24.000 Euro gesammelt.
Ein Kärntner Familienbauernhof steht vor dem Aus. In großer Sorge hat Anna H. eine Spendenkampagne auf GoFundMe gestartet – mit bemerkenswerter Resonanz: Rund 24.000 Euro wurden bereits für den Hof gesammelt, aktuell haben sich etwa 170 Personen beteiligt.
Kampf um den Familienbauernhof
In ihrem bewegenden Aufruf schildert die junge Mutter die dramatischen Ereignisse des vergangenen Jahres: „Ich bin Anna und gemeinsam mit meinem Lebensgefährten und unserer kleinen Tochter kämpfen wir dafür, den Familienbauernhof meines Bruders und das Zuhause meiner Mutter zu erhalten. Anfang letzten Jahres blieb unsere Welt stehen: Mein Bruder verstarb völlig unerwartet – mit nur 35 Jahren. Zurück bleiben seine kleine Tochter (3 Jahre) und ein Bauernhof, der seit Generationen in Familienhand ist“, heißt es auf GoFundMe.
Leben auf den Kopf gestellt
Doch damit nicht genug. Nur wenige Tage nach dem Tod ihres Bruders musste die Familie den nächsten schweren Schlag verkraften: Auch der Vater starb. „Und als ob dieses Leid nicht schon genug wäre, verstarb ein paar Monate später auch mein Schwiegervater. Drei geliebte Menschen in so kurzer Zeit zu verlieren, hat uns sprachlos gemacht. Dieses Jahr hat unser Leben komplett auf den Kopf gestellt.“ Der Hof selbst ist für die Familie weit mehr als ein landwirtschaftlicher Betrieb, er ist Heimat: „Der Bauernhof ist der Ort, an dem wir groß geworden sind. Hier haben wir gelernt, was Zusammenhalt, Verantwortung und Liebe bedeuten. Hier haben meine Eltern ihr ganzes Herzblut hineingesteckt.“ Doch nach den schweren Verlusten steht die Familie vor enormen Herausforderungen. Laufende Instandhaltungskosten, notwendige Reparaturen und hohe Ausgaben für den Erhalt der Gebäude sowie die Bewirtschaftung der Flächen belasten das Budget.
„Weit mehr als ein Gebäude“
„Für meine Mama ist dieser Hof weit mehr als ein Gebäude. Es ist ihr letzter Halt. Der Ort, an dem die Erinnerungen an meinen Papa und meinen Bruder weiterleben. Doch die Summe aus laufenden Kosten, notwendigen Investitionen und rechtlichen Verfahren übersteigt unsere Möglichkeiten.“ Mit dem gestarteten Spendenaufruf hofft sie, finanzielle Stabilität zurückzugewinnen und den Fortbestand des Familienerbes zu sichern. Dutzende Personen nahmen bereits am Aufruf teil, eine Person übermittelte sogar eine Spende von 3.000 Euro.
Familie spricht ihren Dank aus
Die Familie zeigt sich im Gespräch mit 5 Minuten sehr dankbar für die Unterstützung: „Wir sind unglaublich dankbar für die vielen Spenden und die große Anteilnahme. Ein besonderer Dank gilt auch allen Nachbarn vom Glanz, die uns in dieser schwierigen Zeit stets zur Seite stehen.“ Das letzte Jahr stellte sie vor eine sehr große Herausforderung, vor allem emotional. Mit dem Spendenaufruf wollte die Familie jedoch nicht nur finanzielle Unterstützung erbitten, sondern auch auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen: „Wie bedeutend es ist, sich frühzeitig mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen und klare Regelungen – insbesondere ein eindeutig geregeltes Testament – zu treffen. Gerade wenn eine Minderjährige erben kann, zeigt sich, wie komplex und langwierig alles werden kann.“ Daher solle man sich rechtzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen, vor allem wenn beispielsweise ein Betrieb oder eine Landwirtschaft dahintersteht.
„Hängen nun seit einem Jahr in der Luft“
Weiters teilt die Familie ihre Sorge vor allem bezüglich der Ungewissheit: „Wir hängen nun seit einem Jahr in der Luft, und niemand weiß genau, wie es weitergeht. Diese Unsicherheit belastet uns sehr. Obwohl sich die zuständigen Stellen bemühen, fühlen wir uns dennoch oft im Stich gelassen.“ Abschließend dankt Anna H. vor allem ihrer Mutter, ohne deren Unterstützung und unermüdlichen Einsatz – trotz der ungewissen Situation und der psychischen Belastung – „würde der Hof heute vermutlich ganz anders aussehen.“