Motorboot-Abgabe: Kärntner Wirte gegen 50-Prozent-Erhöhung
Im Rahmen der Tourismusreform ist die Motorbootabgabe mit einer 50-prozentigen Erhöhung geplant. Das sorgt für Unmut in der Kärntner Gastronomie.
Die geplante 50-prozentige Erhöhung der Motorbootabgabe im Zuge der Tourismusreform sorgt in der Kärntner Gastronomie beim „Tag der Kärntner Gastgeber“ für massiven Unmut. Fachgruppenobmann Stefan Sternad warnt vor gravierenden Folgen für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Kritik seitens der Wirtschaftskammer
Im Kärntner Tourismus soll ein neues Gesetz die Steuer für Motorboote deutlich erhöhen. Für viele Betriebe rund um den Wörthersee ist diese Maßnahme nicht nachvollziehbar – insbesondere angesichts der ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage. Stefan Sternad, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Kärnten, kritisiert die geplante Maßnahme bei der Eröffnung zum „Tag der Kärntner Gastgeber“ deutlich. Anlass ist die vorgesehene Erhöhung der Motorbootabgabe um rund 50 Prozent. „Wir reden hier nicht über eine technische Anpassung, sondern über eine massive Mehrbelastung für einen zentralen Bestandteil unseres Sommertourismus. Der Wörthersee ist seit Jahrzehnten auch ein Motorbootsee. Wer hier die Kosten um 50 Prozent erhöht, gefährdet bewusst Wertschöpfung und Arbeitsplätze“, so Sternad.
Motorbootsport fester Bestandteil des touristischen Angebots
Der Motorbootsport ist ein fester Bestandteil des touristischen Angebots am Wörthersee. Daran hängt eine gesamte wirtschaftliche Kette – von Bootsverleih und Servicebetrieben über Gastronomie und Hotellerie bis hin zu Veranstaltungen und regionalem Handel. Gerade in Velden, Pörtschach und Klagenfurt wirkt sich jede Veränderung unmittelbar auf Auslastung, Frequenz und Investitionsbereitschaft aus. Sternad kritisierte insbesondere das derzeitige Signal an Gäste und Betriebe: „Wenn gleichzeitig über Nutzungseinschränkungen diskutiert und die Abgaben deutlich erhöht werden, entsteht ein Klima der Unsicherheit. Das trifft genau jene Betriebe, die investieren, Arbeitsplätze sichern und Qualität bieten.“
„Schutz ja – aber mit Augenmaß„
Die Branche bekennt sich klar zum Schutz der Seen und zu nachhaltigem Wirtschaften. Niemand stellt ökologische Verantwortung infrage. Entscheidend sei jedoch, dass Maßnahmen faktenbasiert, verhältnismäßig und standortverträglich ausgestaltet werden. Für die Kärntner Gastronomie steht fest: Eine derart massive Abgabenerhöhung zum jetzigen Zeitpunkt setzt das falsche Signal und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Region.